Wenn wegen Corona schon nichts läuft an der Börse, dann aber wenigstens doch noch die Aktien von Corona-Profiteuren. Pharma- und Biotechtitel, die irgendetwas mit der Entwicklung eines Impfstoffs oder Medikament gegen den Virus zu tun haben, lieferten seit dem Ausbruch der Pandemie tatsächlich teils exorbitante Kursgewinne. Auf jeden Fall in den USA an der Nasdaq.

Die Aktie des Biotechs Novavax – der Titel brachte im Musterdepot von Handelszeitung innert weniger Wochen dreistellige Kursgewinne – schoss seit März auf das 20fache nach oben. Oder Curevac. Das Unternehmen von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp hat sich nach dem Börsengang aus dem Stand vervierfacht und kostet an der Börse bereits zehn Milliarden Dollar. Dabei hat Curevac noch keinen Impfstoff, sondern arbeitet erst an klinischen Studien und im vergangenen Jahr lag der Umsatz des Unternehmens lediglich bei 17,4 Millionen Euro.

Corona-Wirkstoff in der Pipeline…

Während Novavax oder Curevac wegen der Corona-Phantasie schon jetzt exorbitant hoch bewertet sind, haben Anleger Formycon überhaupt noch nicht auf ihrer Liste. Alle denken bei der Aktie einfach nur an die alte Story: Biosimilars. Immerhin hat Formycon dort auch mehrere heisse Kandidaten in der Pipeline. Diese dürften ab 2022 schon mittelfristig zusehends steigende Lizenzerträge zumindest bis in den mittleren dreistelligen Millionen-Bereich bringen.

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Über den Autor

*Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert. Die jährliche Performance des Musterdepots seit Start im April 2010 beträgt +14,6 Prozent (DAX: +7,8 Prozent).

Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. In diesem Beitrag besprochene Aktien können zum Anlageuniversum zählen.

 

 

Betrachtet man aber die Kursexplosion bei Corona-Profiteuren wie Novavax oder Curevac, dann wird klar: Anleger haben die Corona-Phantasie bei Formycon überhaupt noch nicht auf ihrer Liste. Dabei hat das Unternehmen ein vielversprechendes Mittel in seiner Pipeline.

… das Medikament blockiert den Virus

Der Wirkstoff, an dem Formycon arbeitet, soll den Corona-Virus am Eintritt in die menschliche Zelle hindern und stark in den Atemwegen wirken. Gut informierten Kreisen zufolge soll der Wirkstoff bei nur einer Gabe monatlich geeignet sein um Schutz vor dem Virus zu bieten.

Formycon AG

ISIN: DE000A1EWVY8

Gewinn je Aktie 2021e: -

KGV 2021e: -

Dividende/Rendite 2020e: -

EK je Aktie: 6,50 €

EK-Quote: 90,0 Prozent

KBV: 4,9

Kurs/Ziel/Stopp: 32,0/69,50/22,30 €

 

 

In Österreich arbeitet ein Biotech an einem ähnlichen Produkt, das aber weit schwächer als das von Formycon wirken soll und deshalb für eine präventive Gabe einmal monatlich weniger geeignet scheint. Dennoch zeigt sich Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz zuversichtlich bis euphorisch. Im nächsten Jahr sieht er wegen des Wirkstoffs aus Salzburg „signifikante Durchbrüche“ in der Entwicklung von Arzneimitteln gegen Covid19.

Der Gang an den Nasdaq verspricht hohe Kursgewinne

Während die Aktie von Formycon trotz der vom breiten Markt noch nicht bemerkten Corona-Phantasie per Saldo nur auf der Stelle tritt, hat ein neuer Grossaktionär die Story schon erkannt: Seit wenigen Tagen ist der strategische Investor Active Ownership bei Formycon mit einem Anteil von neun Prozent an Bord. 

 

Gut informierte Kreise halten es für möglich, dass der neue Aktionär Formycon schon im nächsten Jahr an die Nasdaq bringen könnte. Da in den USA – siehe Novavax und Curevac – für Corona-Phantasie weit mehr bezahlt wird als in Deutschland, könnte Formycon dann wie die beiden anderen Titel durch die Decke gehen.    

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