Die Gewinne aus dem Verkauf der braunen Brause sprudeln längst nicht mehr so üppig wie auch schon. Der Getränkekonzern Coca-Cola registrierte 2013 und im ersten Quartal dieses Jahres rückläufige Umsätze und Gewinne. Auch PepsiCo wächst nicht mehr überschäumend; immerhin ist es dank des gut laufenden Snack-Geschäfts um die Erträge besser bestellt als beim Erzrivalen. Im Getränkesektor aber kämpfen beide Anbieter mit demselben Problem: Das Gesundheitsbewusstsein drückt auf den Absatz. Speziell jugendliche Konsumenten greifen immer weniger zur Kultbrause; der Cola-Trinker ist durchschnittlich 38 Jahre alt.

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PepsiCo hat dank Snacks und Frühstücksflocken ein ertragstarkes zweites Standbein, auch die Bereiche Kaffee und Tee zeigen Wachstum. Im Getränkegeschäft jedoch mangelt es an frischen Ideen. Die von CEO Indra Nooyi (58) angekündigte neue Pepsi-Cola-Linie, die echten Zucker enthält, ist kaum als Befreiungsschlag einzustufen.

Coca-Cola-Chef Muhtar Kent (62) ist Herr über nicht weniger als 3500 Produkte – fast nur Getränke. Dementsprechend schwer tut man sich in Atlanta mit Innovationen. Jüngst ist Coca-Cola mit 1,3 Milliarden Dollar bei Green Mountain Coffee eingestiegen. Die US-Firma entwickelt eine Maschine, mit der sich jeder sein eigenes Softgetränk zapfen kann. Eine dürftige Kreation. Auch die gegenwärtig im Markt getestete «grüne Cola», die weniger ungesund sein soll, dürfte den Konzern nicht aus den Absatzproblemen reissen. Die unter Abgabedruck stehenden Coca-Cola-Valoren vermögen mich nicht zu reizen. Besser halten sich die Aktien von PepsiCo, doch sind diese mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 für das laufende Jahr zu teuer.

Bananenrepublik

Dieser Tage entsteht aus der Fusion der amerikanischen Chiquita Brands mit der irischen Fyffes der weltgrösste Bananenkonzern. Nun ja, eigentlich ist es keine Fusion, sondern eine Übernahme: Chiquita hat den Fyffes-Aktionären ein Umtauschangebot unterbreitet. Was dabei irritiert, sind die Umtauschverhältnisse. Obwohl Chiquita eine grössere Börsenkapitalisierung und doppelt so viel Umsatz aufweist, werden deren Aktionäre am neuen Unternehmen nur 50,7, die Fyffes-Anteilseigner 49,3 Prozent halten. Auch befindet sich der neue Firmensitz in Dublin, wo Fyffes beheimatet ist. Und der neue Chef David McCann (54) leitete bislang die Geschicke des irischen Obsthändlers. An der Börse schossen Fyffes um 40 Prozent in die Höhe, Chiquita legten 12 Prozent zu.

Der Bananengigant mit dem wenig innovativen Namen ChiquitaFyffes wird mit einem Marktanteil von 29 Prozent und einem Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar die Konkurrenten Dole Food und Del Monte auf die Plätze verweisen. Die Aktien sollen an der New York Stock Exchange gehandelt werden. Dass sich die Valoren des neuen Bananengiganten zu Kursheulern entwickeln, bezweifle ich; Chiquita hat als Einzelmarke gegen Margeneinbrüche gekämpft, die Aktienkurse zeigten jahrelang nach unten.

Etwas mehr Geduld

«Auf Ihren Rat hin habe ich Aktien von Philips gekauft, und nun das», so schreibt mir ein Leser. Lieber L.T., da muss ich einiges klarstellen. Geschrieben habe ich: «Wer Zeit und etwas Mut aufbringt, sollte auf Philips setzen.» Und dies vor gerade mal gut zwei Monaten – mehr Geduld sollten Sie schon aufbringen. Mit Ihrem «und nun das» meinen Sie den jüngsten Kurssturz der Valoren um neun Prozent. Damit haben die Anleger auf die enttäuschenden Zahlen reagiert, die der niederländische Konsumelektronik-, Gesundheits- und Lichtkonzern für das erste Quartal 2014 vorgelegt hat: Der Umsatz sank um 5, das Ebit um 26 Prozent.

Zugegeben, das ist ärgerlich. Andererseits verhagelt ein schlechtes Startquartal noch lange nicht die Jahresresultate. Viel erwarten darf man zwar nicht, Philips-Chef Frans van Houten (54) gibt sich für 2014 zurückhaltend. Auch darauf habe ich im Februar aufmerksam gemacht, lieber L.T. Mittelfristig hält van Houten an seinen Vorgaben fest. Und die sind für die Aktionäre vielversprechend: Der Umsatz soll jährlich um vier bis sechs Prozent wachsen und die Ebit-Marge bis 2016 etwa elf bis zwölf Prozent erreichen. Das spricht für höhere Aktienkurse. Zumal die Valoren mit einem für 2015 geschätzten KGV von 12,1 nicht überbewertet sind. Ich wiederhole mich gerne: Wer Zeit und etwas Mut aufbringt, sollte auf Philips setzen.

Frische Früchte

Obwohl der Winterthurer Technologiekonzern Sulzer bestens über die Finanzkrise gekommen ist, wurde Mitte 2013 eine einschneidende Strategieänderung bekanntgegeben. Das Unternehmen wolle sich, so erklärte Firmenchef Klaus Stahlmann (54), auf die Schlüsselmärkte Öl und Gas, Stromerzeugung sowie Wasser konzentrieren. Bereiche, die von Megatrends profitieren sollen. Den Anlegern behagte die Neuausrichtung nicht; die Aktien büssten seither rund ein Fünftel an Wert ein. Zur Verunsicherung beigetragen haben auch die unendlichen Wechsel im Verwaltungsrat wie auch in der Geschäftsleitung.

Die schwachen Resultate für das vergangene Jahr wirkten da wie eine Bestätigung der schlimmen Befürchtungen. Nach Bekanntgabe der Zahlen rutschten die Papiere nochmals ab. Dabei haben die Börsianer übersehen, dass im zweiten Semester 2013 deutlich bessere Margen angefallen sind. Die Resultate für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres lassen sich ebenfalls sehen: Der Umsatz wuchs um 2,7 Prozent, währungsbereinigt wurde gar ein Plus von 8,5 Prozent gemessen.

Ist Sulzer besser als ihr Ruf? Die Neuausrichtung, die Restrukturierung, eine solide Bilanz, die starke Präsenz in Wachstumsmärkten sowie das Synergiepotenzial in den drei Geschäftsfeldern sprechen für ertragsstärkere Zeiten. Ausserdem stehen 850 Millionen Franken aus dem Verkauf der Oberflächentechnik für Akquisitionen zur Verfügung. Auch bleibt zu hoffen, dass mit dem neu angetretenen VR-Präsidenten Peter Löscher (56) sowie dem im kommenden August eingewechselten Finanzchef Thomas Dittrich (50) endlich Ruhe ins Führungsgremium einkehrt. Ich bin wieder positiver eingestellt gegenüber den Sulzer-Aktien. Ein Einstieg jedoch eilt nicht.