Er wohnt in Nyon, wo er ein Haus besitzt, am Lac Léman, 30 Autominuten von Genf entfernt. «Der grösste Teil meines Vermögens ist in diesem Haus», sagt Carlos Mejia, der seit dem Jahr 2012 Chefinvestor bei der Bank Rothschild & Co ist.

Sein restliches Vermögen ist rein in Aktien investiert. Das gehe für ihn, weil er mit den Kursschwankungen umgehen könne. Er kann allfällige Verluste aussitzen. «Ich bin 50 Jahre alt.» Also dauere es noch 15 bis 20 Jahre, bis er das investierte Geld brauche. 

Den Hauptteil seiner Aktienanalgen investiert er in eine Strategie, die seine Analysten für Kunden der Bank definieren. Daneben kauft er einige Aktien separat. 

Darunter ist die Aktie der Kreditkartenfirma Visa. Der Trend zu digitalen Zahlungen werde noch lange weitergehen und sich auch noch in Schwellenländern ausbreiten. 

«Ich habe nicht den Magen dafür.» 

Zudem ist er in Adobe investiert, die Software für Kreative herstellt, etwa das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop. «Wer heute ein Auto kaufen will, kann es dank Adobe online nicht nur anschauen und drehen, sondern auch Farb- und Ausstattungsvarianten digital erleben.» Die Erträge kämen aus einem Abomodell, das jeweils 95 Prozent der Kunden erneuerten. 

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Er hat auch Aktien der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC). Besonders gefalle ihm, dass die Produktionsanlagen der Firma flexibel seien. «Die können praktisch jeden Chip herstellen.» 

In die Firmen Alibaba und Amazon hat er wegen des Trends zum E-Commerce hin investiert. «Sie sind vergangenes Jahr stark gestiegen, deswegen habe ich einen Teil verkauft.» Da sei er diszipliniert: Er reduziert, was ein zu hohes Gewicht bekommt. «Ich will gut schlafen können.»

Mejia geht davon aus, dass sich die Wirtschaft erholen wird, dass alle Anlagekurse nach oben gehen dürften. Das ist ein Grund, warum er Aktien der Schweizer Partners Group hält. Ein sicheres Geschäft: «Die haben Kundenverträge über zehn bis zwölf Jahre.» 

Das kaufen Profis

Adrian Schneider ist Chefinvestor bei der Graubündner Kantonalbank. Für seine private Vermögensbildung setzt er auf drei Schwerpunkte. Hier geht es zum Bericht.

In die Schweizer SIG ist er investiert, weil ihm einer seiner Analysten die umweltfreundliche Firma näherbrachte. SIG sei deutlich kleiner als Marktführer Tetra Pak, aber viel flexibler. 

Zuletzt hat er noch ein Goldkonto, wo im Unterschied zu einem Konto in Schweizer Franken keine Negativzinsen anfallen würden. Zudem sei es ein kleiner Schutz, wenn die Inflation dramatisch steigen würde. 

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Auf die Frage, ob er sich überlegt habe, Bitcoin anstatt Gold zu kaufen, sagt er: «Ich habe nicht den Magen dafür.» 

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