Bekommt Felix Zulauf erneut Recht, so steigt der Ölpreis bis zum Ende dieses Jahrzehnts auf mehr als 100 Dollar pro Fass. Bislang hat der weltbekannte Hedge-Fund-Manager aus Zug mit seinen Ölprognosen voll ins Schwarze getroffen: Als die Finanzmärkte noch mit einem Fasspreis von 24 Dollar kalkulierten, sagte Felix Zulauf bereits einen Anstieg auf 60 Dollar voraus (siehe «Neuer Ölschock» in BILANZ 6/2004).

Und heute emfiehlt der Hedge-Fund-Profi Felix Zulauf: Sobald der Preis wieder unter die Marke von 45 Dollar fällt, Öl-Futures mit Laufzeit bis Dezember 2009 kaufen. Damit lasse sich die investierte Summe in fünf Jahren verdreifachen.

Allerdings: Das Investieren in Futures oder ähnliche Hebelprodukte sollte den wirklich geübten und risikofähigen Anlegern vorbehalten bleiben.

Für die breite Masse gibt es dafür eine immer grössere Anzahl von Produkten, mit denen sich bei steigenden Ölpreisen ebenfalls Geld verdienen lässt. Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen den Investitionen in die Ölindustrie und solchen direkt ins Rohöl. In der Regel unterliegen die Preise den grösseren Schwankungen als die Aktien der entsprechenden Firmen.

Die grösste holländische Bank, ABN Amro, bietet eine ganze Reihe Zertifikate an, deren Kurse sich parallel zu den Ölpreisen entwickeln. Zur Auswahl stehen verschiedene Ölsorten (etwa Brent Crude) oder auch Benzin. Ausserdem kann sich der Anleger gegen eine Gebühr von 1,2 Prozent gegen das Dollar-Wechselkurs-risiko absichern.

Wer zusätzlich einen Risikopuffer bei sinkenden Ölpreisen einbauen will, kann ein so genanntes Discount-Zertifikat kaufen. Dabei erwirbt der Anleger das Öl-zertifikat zu einem Rabatt, umgekehrt ist das Gewinnpotenzial nach oben durch einen Höchstbetrag (Cap) begrenzt. Gerade jetzt, da der Ölpreis einen starken Anstieg hinter sich hat, könnte sich die vorsichtigere Strategie lohnen.

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Daneben existieren zahlreiche weitere Produkte, die neben dem Ölpreis die Kursentwicklung zusätzlicher Rohstoffe nachbilden. Der Credit Suisse Commodity Fund Plus zum Beispiel investiert zu ungefähr einem Viertel auch noch in Metalle und Agrarprodukte.

Gross ist das Angebot ebenfalls bei den Anlagen in Energieunternehmen. Zu nennen sind einmal die jeweiligen Aktien selbst. Felix Zulauf zum Beispiel empfiehlt die Explorationsgesellschaft Transocean aus den USA. Für eine breitere Diversifikation empfehlen sich die klassischen Aktienfonds: Von den Schweizer Anbietern hat der Clariden Energy Equity Fund mit einer annualisierten Performance von 29,1 Prozent über drei Jahre am besten abgeschnitten.

Bei den passiven Anlagen ist der Klassiker der 1998 lancierte Energy Select Sector SPDR, der den Energiesektor im Standard & Poor’s 500 Index mit total 28 Firmen abbildet. Inzwischen gibt es hier viele ähnliche Produkte.

Von den zahlreichen Innovationen sei schliesslich das von der Credit Suisse per Anfang April lancierte Zertifikat auf den Gardner Energy Macro Index erwähnt. Dieses investiert nicht nur in kotierte Aktien, sondern auch in Private-Equity-Investments oder Firmenkredite. Kein weiteres Neugeld nimmt hingegen Felix Zulauf für seinen Energiefonds Gondwina entgegen. Um ein unkontrolliertes Wachstum zu verhindern, bleibt der erfolgreiche Fonds des Hedge-Fund-Profis bis auf weiteres geschlossen.