Die Leitindizes Swiss Market Index (SMI) und der EuroStoxx50 tendierten am Mittwochnachmittag freundlich. Und das Pfund Sterling verteidigte seine Kursgewinne vom Dienstagabend. Der Londoner Auswahlindex FTSE bröckelte in der Folge ab. Die dort notierten Konzerns leiden üblicherweise unter eine Aufwertung der britischen Währung, weil sie einen Grossteil ihres Geschäfts im Ausland machen.

«Die Märkte bleiben ruhig. Es hat den Anschein, als seien Händler und Investoren gut vorbereitet gewesen», sagte Chefstratege Michael McCarthy vom Broker CMC Markets.

Das britische Unterhaus hatte am Dienstag erstmals seit 1864 ein Abkommen der Regierung zu Fall gebracht. Daraufhin stellte die Opposition einen Misstrauensantrag gegen Premierministerin Theresa May. Der Vertrauensabstimmung - oft ein Grund für steigende Nervosität unter Anlegern - blickten Börsianer gelassen entgegen, da sie hier mit einem Sieg Mays rechneten.

Schweizer Aktien im Plus

Schweizer Aktien standen am Nachmittag ebenfalls im Plus. Der Swiss Market Index (SMI) notierte gegen 16 Uhr 0,63 Prozent im Plus auf 8'881 Punkten.

Klar im Plus zeigten sich auch die Grossbankenwerte UBS (+2,9%) und CS (+2,8%) nach starken Zahlen der amerikanischen Mitbewerber Goldman Sachs und Bank of America. Am Markt wird zudem auf neue Spekulationen um einen Zusammenschluss der Deutschen Bank und der Commerzbank verwiesen.

Die am breiten Markt kotierten Panalpina-Aktien springen nach einem Kaufangebot eines dänischen Konkurrenten um 31 Prozent auf 179 Franken nach oben und notieren damit deutlich über dem gebotenen Preis von 170 Franken.

Der Schweizer Franken reagierte nicht mit Aufschlägen auf die Brexit-Neuigkeiten. Im Gegenteil: Der Euro notiert am Mittwochnachmittag mit 1,1288 etwas fester als am Vorabend. Auch der US-Dollar zeigt sich mit 0,9904 Franken legt etwas zu.

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Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung

In den nächsten Tagen halten Marktstrategen aber weiterhin Zurückhaltung für angebracht. Die Anleger dürften auch nach dem Nein im britischen Parlament zum Brexit-Vertrag mit der EU in Deckung bleiben, um die weitere Entwicklung abzuwarten. «Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung», kommentiert etwa Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank.

Die Grossbank UBS rät nach der Ablehnung des Brexit-Deals aber davon ab, nun auf den einen oder anderen Ausgang des politischen Prozesses zu wetten. Die britischen Märkte dürften nach Ansicht der UBS-Experten volatil blieben.

Abwechslung vom Thema Brexit verspricht am Abend der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed. Börsianer erhoffen sich vom sogenannten Beige Book Hinweise hinsichtlich einer möglichen Pause bei den Zinserhöhungen.

*Hier stand ursprünglich eine andere Meldung, die später von der Nachrichtenagentur SDA zurückgezogen wurde.

(sda/tdr/mbü/bsh)