Im gegenwärtigen Wirtschaftsaufschwung setzen viele Anleger am Aktienmarkt auf Kursgewinne, um mit ihrem Portfolio Rendite zu erzielen. Abgeschlagene Industrie- oder Reisetitel sind wieder en vogue. Diese Anlagestrategie bringt jedoch mit sich, dass die Schwankungen an den Märkten stärker ins Gewicht fallen.

Eine andere Rendite-Möglichkeit bleibt, trotz der Konjunktur-Euphorie, einen Teil des Portfolios in dividendenstarken Aktien zu halten. Meist bewegen sich diese im Kurs zwar weniger als der Gesamtmarkt, doch es fallen regelmässige Renditeausschüttungen an, die wiederum investiert werden können. 

Für Langzeitinvestoren können die reinvestierten Ausschüttungen über die Zeit grosse Renditen bringen. In Krisenzeiten bieten die oft defensiven Dividendentitel Schutz vor dem grossen Einbruch. Im Rentenalter wiederum entpuppen sich Dividenden als lukrativer Nebenverdienst.

Nur eines muss man wissen: Dividenden sind nicht garantiert. Bekannte Schweizer Dividendenzahler mit hohen Renditen wie ZurichSwiss Re oder Swisscom schütten seit langem zuverlässig Dividenden aus. Wie vergangenes Jahr gezeigt hat, hat wegen der Coronakrise eine Reihe von Unternehmen die Dividendenzahlungen gestoppt, um die eigenen Finanzen zu schützen. Grossbanken wiederum mussten auf politischen Druck hin ihre Dividendenzahlungen aufteilen.  

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Doch die Bedeutung von Dividenden auf die Gesamtrendite darf nicht unterschätzt werden und lässt sich anhand eines Vergleichs zwischen dem Swiss Market Index (SMI) und dem SMI Cum Dividend (SMIC) aufzeigen. Der SMI berücksichtigt als Preisindex die Dividenden nicht. Der SMIC stellt als Performanceindex die Entwicklung derselben Aktien inklusive Dividendenausschüttungen dar. Während der SMI seit Januar 2019 30 Prozent angestiegen ist, hat der SMIC 44 Prozent hinzugewonnen.

Dividenden-ETF gehören ins Portfolio

Anstatt jedoch einzelne Dividendenaktien ins Portfolio aufzunehmen, können Anleger das Risiko mit Dividenden-ETF (Exchange Traded Funds) breiter streuen. Man profitiert ebenfalls von den Dividendenausschüttungen, vermeidet aber das Kursrisiko einer Einzelaktie. Die anfallenden Dividenden werden an die Anleger entweder in Form von Ausschüttungen auf das hinterlegte Konto oder mittels Reinvestition in den Fonds weitergegeben. Letzteres ist bei sogenannten thesaurierenden ETF der Fall. Die erste Variante ist unter den ETF jedoch der Normalfall.

Ein mögliches Hindernis beim ETF-Kauf verliert zudem seit Jahren an Bedeutung: Die Gesamtkostenquote, welche die jährlichen laufenden Kosten eines ETF angibt. Diese Gebühren sinken laufend. Somit belastet diese die Rendite immer weniger. Wie die Tabelle deutlich macht, ist eine jährlich Gebühr von 0,15 Prozent des investierten Vermögens möglich. Allerdings sind einige der Dividenden-ETF immer noch eher teuer.

Zum Vorteil der Anleger gibt es eine immer grösser werdende Auswahl an Produkten. Wie die Auswahl zeigt, sind die Unterschiede bei der Kursentwicklung und der erwarteten Dividendenrendite markant:

Total Expense Ratio/Daten

*Total Expense Ratio/Daten.

Quelle: Cash.ch
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Der «iShares Swiss Dividend ETF» bildet den SPI Select Dividend 20 Index ab. Er ist damit in 20 Aktien investiert, die im SPI die höchsten Renditen erzielen. Die Ausschüttungen werden «ad hoc» vorgenommen, also dann, wenn die Dividendenzahlungen der Unternehmen anfallen.

Mit den «Aristokraten» Geld verdienen

Bei Einzeltiteln wie bei ETF schauen viele Anleger auf die so genannten «Dividendenaristokraten». Darunter werden landläufig Unternehmen verstanden, welche die Dividende über 20 Jahre hinweg kontinuierlich erhöht haben. Der «SPDR S&P US Dividend Aristocrats ETF» basiert auf US-Unternehmen, die dieses Kriterium erfüllen. Der «SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats ETF» investiert hingegen in Aktien von Unternehmen der Eurozone, deren Dividenden in den letzten zehn aufeinander folgenden Jahren gestiegen sind.

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Der «iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF» ist kein «Aristokraten»-Index, aber sehr global ausgerichtet. Der ETF enthält 100 Unternehmen mit einer hohen Dividendenausschüttung.

Was bei der Auswahl vielfach übersehen wird, ist die Ausschüttungshäufigkeit: Bei US-Unternehmen ist eine vierteljährliche Zahlung an den Aktionär der Normalfall, während dies in Europa halbjährlich vollzogen wird. Wenn ein Anleger also einen Geldfluss in kürzeren Abständen erreichen will, ist ein US-Dividenden-ETF unabdingbar.

Dividenden-ETF mit zyklischem Anstrich

Dividendenaktien haben zwar häufig einen defensiven Anstrich, doch mit Dividenden-ETF kann auch stärker auf Konjunkturschwankungen gesetzt werden. Ein Anleger, der beispielsweise den ETF «Alerian MLP» kauft, investiert in die Transportinfrastruktur für Öl und Gas in den USA. Steigen die Preise für die Rohstoffe, geht dies mit einem Kursgewinn einher. Das gleiche gilt für den «iShares Global Energy ETF». Bei diesem Fonds ist aber das Risiko höher, und wer dort investiert, sollte wissen, wie man ein Auge auf dem Rohstoffmarkt hält.

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Der «Invesco KBW High Dividend Yield Financial ETF» setzt auf dividendenstarke US-Finanztitel. Im Umfeld steigender Nominalzinsen, die derzeit Bank-Aktien antreiben, können Anleger neben monatlich ausbezahlter Dividendenerträge derzeit auch mit einer guten Kursrendite rechnen. Mit dem «Global X SuperDividend REIT ETF» engagiert sich ein Anleger mittels 30 US-Unternehmen am Immobilienmarkt

Konjunktursensitive Dividenden-ETF eignen sich aber nicht als langfristiges Investment und müssen aktiver bewirtschaftet werden. Denn schwächelt die Konjunktur, stehen unter Umständen schnell hohe Kursverluste ins Haus.

Zinseszins nutzen

Versierte Anleger schliesslich reinvestieren die monatlichen, vierteljährlichen oder halbjährlichen Einkommen, die Dividenden-ETF generieren, gleich wieder. Denn nur so kommt das sogenannte «achte Weltwunder», der Zinseszinseffekt, zum Tragen. Das erneute Investieren der erhaltenen Dividende kann im Laufe der Zeit die Rendite massiv erhöhen.

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf «Cash.ch» unter dem Titel: «Wie Sie sich mit Dividenden-ETF ein stabiles Einkommen sichern».