Vor zehn Jahren wurde das Unternehmen von Wissenschaftlern gegründet – und bisher gab es bei Mynaric nur geringe Umsätze. Denn jahrelang steckte der Anbieter von Produkten für die Laserkommunikation in Atmosphäre und Weltraum seine ganze Kraft in die Entwicklung seiner Technologie.

Jetzt allerdings kommen die Geschäfte des Unternehmens aus Gilching bei München zusehends in Fahrt. In den letzten Monaten gab es zwei Aufträge von Kunden aus der Luft- und Raumfahrtindustrie im mittleren siebenstelligen Euro-Bereich. Die Laserkommunikation ist anderen Übertragungswegen in Hinblick auf Datenmenge oder Abhörsicherheit weit überlegen, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Da geht es nicht nur um Flugzeuge oder die Überwachung von landwirtschaftlichen Flächen mittels Satellit, sondern auch um Anwendungen im Weltraum.

Die Kapitalerhöhung war sofort überzeichnet

Lief die Aktie das gesamte Jahr 2019 aber unter grösseren Schwankungen nur mehr oder weniger orientierungslos vor sich hin, so kam es vor wenigen Tagen zum steilen Ausbruch aus der Trading-Range. Auslöser war die Mitte letzter Woche erfolgte Kapitalerhöhung. Mynaric hatte bei qualifizierten Anlegern 12,3 Millionen Euro zum Emissionspreis von rund 42 Euro je Aktie eingesammelt. Die Nachfrage nach den neuen Aktien war enorm und die Kapitalerhöhung war gut informierten Kreisen zufolge schon nach wenigen Minuten überzeichnet.

Das Geld will der Technologiekonzern für die Produktion von 30 Laserterminals in diesem Jahr verwenden und auch für den Ausbau der Aktivitäten in den USA. Dort soll die Elektronik künftig rein aus US-Komponenten bestehen und das ist ein entscheidendes Kriterium für viele US-Firmen für den breiten Einsatz von Laserkommunikationslösungen.

Der erste Roll-Out bietet enorme Kursphantasie

Börsianer werten die jetzt durchgeführte Kapitalerhöhung als Signal dafür, dass bei Mynaric jetzt in Kürze der Durchbruch bei der Kommerzialisierung der Produkte kommen könnte. Dabei werden nicht nur weitere Aufträge erwartet, sondern auch der mögliche Roll-Out des Laser-Systems bei einem Kunden. Bisher wurden nur relativ wenige Laser-Terminals für den Test-Modus ausgeliefert. Setzt nun aber ein erster Kunde das System in grosser Stückzahl im Alltagsbetrieb ein, würde das für Mynaric aus dem Stand enorme Umsätze bringen.

Denn für ein weltweites Satellitennetzwerk benötigt jeder Kunde gut informierten Kreisen zufolge hunderte von Terminals. Mynaric könnte dadurch schon bei einem einzigen Roll-Out beim Umsatz in den neunstelligen Bereich – also auf über hundert Millionen Euro Umsatz – vorstossen. Kommt so ein Roll-Out, dann dürfte das die Aktie ziemlich schnell in den dreistelligen Kursbereich nach oben schiessen.

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Mynaric AG

ISIN: DE000A0JCY11

Gewinn je Aktie 2020e: V. €

KGV 2020e: -

Dividende/Rendite 2019e: -/-

EK je Aktie: 10,52 €

EK-Quote: 94,4%

KBV: 5,1

Kurs/Ziel/Stopp: 54,0/89,50/38,70 €

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Die jährliche Performance des Musterdepots seit Start im April 2010 beträgt +14,6 Prozent (DAX: +7,8 Prozent). Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. Die in diesem Beitrag besprochene Aktie zählt zum Anlageuniversum.