Die umstrittenen Krypto­währungen werden für Schweizer Privatbanken zunehmend zum Geschäft. Nach Falcon, Vontobel und der Banca Zarattini beginnt sich das Tra­ditionshaus Maerki Baumann immer stärker auf Bitcoin und Co. zu fokussieren.

Seit einem Jahr eröffnet die Zürcher Bank für Firmen aus dem Blockchain-Bereich Geschäftskonten. Jetzt geht sie einen Schritt weiter und steigt in das Geschäft mit digitalen Währungen ein.

Ab dem 1. Juni wird Maerki Baumann für ihre Kunden Kryptowährungen handeln und verwahren. Die Finma hat kürzlich die Zulassung erteilt. Im ersten Schritt sind die fünf gängigsten Krypto­währungen im Programm, ab Juli dann ein Dutzend. Als Kooperationspartner fungiert die InCore Bank, an der man 49  Prozent der Anteile hält.

Besonders gute Marktstellung durch Integration

Maerki-Baumann-CEO Stephan Zwahlen geht es nicht ­darum, Kryptohändlern wie ­Bitcoin Suisse Konkurrenz zu machen, sondern Kryptowährungen in die Vermögensverwaltung, das Kerngeschäft der Bank, zu integrieren. Mit der Kombination aus stabiler Privatbank und neuartigen Anlagen glaubt man eine besonders gute Stellung im Markt zu haben.

«Ich bin der festen Überzeugung, dass das Anlageuniversum zunehmend um digitale Vermögenswerte erweitert wird», sagt Zwahlen.

Er rechnet im ersten Schritt mit regem Zulauf bei der Verwahrung. Kunden halten zum Teil bereits Kryptowährungen. «Diese können sie nun einliefern und ihren traditionellen Depots beimischen.»

Neben Kryptowährungen können auch digitale Ver­mögenswerte (Tokens), etwa Anteile an Kunst, verwahrt werden. Im vierten Quartal soll das Kryptoangebot um Anlagedienstleistungen wachsen. Denkbar sei, Module aus der Vermögensverwaltung auf die Blockchain zu bringen. 

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