Wars das schon wieder mit den Zinsreduktionen? Oder kommt es bis Ende Jahr zu einer weiteren Senkung des Leitzinses? Diese Fragen treiben alle um, die sich demnächst den Traum vom Eigenheim erfüllen wollen oder eine bestehende Hypothek erneuern müssen. Grosse Veränderungen bei den Richtsätzen für Festhypotheken hat es im ablaufenden Quartal keine gegeben. Der Durchschnitt des Marktes von über 100 Banken, Versicherungen und Pensionskassen zeigte nur kleine Schwankungen.

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Doch wie sieht es in der zweiten Jahreshälfte aus? Vieles steht und fällt mit der Entwicklung der Inflation und dem Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB). «Ob Saron-Hypotheken durch eine erneute Leitzinssenkung günstiger werden, bleibt abzuwarten», schreibt Moneypark in seiner aktuellen Marktbeurteilung. Die Mehrheit der vom Vergleichsdienst befragten Hypothekaranbieter rechnet damit, dass die SNB erst im September eine weitere Anpassung vornehmen wird. Und nicht schon bei der nächsten geldpolitischen Lagebeurteilung vom kommenden Donnerstag.

Festhypotheken bleiben attraktiv

«Festhypotheken dürften mit stabilen Zinsen weiterhin attraktiv bleiben, sind aber erstmals seit Oktober 2023 wieder ähnlich teuer wie Saron-Hypotheken», schreiben die Immobilien-Experten von Moneypark. Stärker reagierte der Richtsatz der Saron-Hypotheken auf die Leitzinssenkung vom März 2024. Das könnte erst der Anfang gewesen sein. Denn: «Mit einer weiteren Leitzinssenkung bis Ende Jahr könnten Saron-Hypotheken aber durchaus an Attraktivität gewinnen.»

Und doch: Obwohl Saron-Hypotheken günstiger geworden sind, ist noch keine erhöhte Nachfrage zu erkennen. Festhypotheken blieben im zweiten Quartal bei Schweizerinnen und Schweizern sehr beliebt und wiesen einen Anstieg der durchschnittlichen Laufzeit von sieben auf 7,5 Jahre aus. Das generelle Zinsniveau liegt mit rund 2,5 Prozent für eine zehnjährige Festhypothek historisch gesehen weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

Banken weiten Zinsmargen aus

Gut zu wissen: Der Wettbewerb bei den Hypotheken spielt weiterhin, wie Moneypark weiter schreibt. Die Zinswende hat zwar viele Banken dazu veranlasst, ihre Zinsmargen durch die Verteuerung von Hypotheken auszuweiten. Wer sich informiert und umschaut, der kann immer noch gute Angebote finden. «Hypothekarnehmende tun gut daran, Angebote von Banken mit denen von Versicherungen und Pensionskassen zu vergleichen, um das attraktivste Angebot zu finden.»

Patrik Berger von Handelszeitung
Patrik BergerPatrik Berger ist Redaktor Wirtschaft bei der Handelszeitung.Mehr erfahren