Der Börsenbegriff des Tages lautet: «Rotation out of growth stocks». An der New Yorker Börse wurde es gestern so gut greifbar wie seit Jahren nicht mehr, was eine Umschichtung bedeutet: Der Dow-Jones-Index erklomm ein neues Rekordhoch – derweil verlor der technologielastige Index Nasdaq 100 fast 3 Prozent. 

Konkreter: Die Tesla-Titel sackten um fast 6 Prozent ab, die Facebook-Aktie verlor gut 3 Prozent. Auf der anderen Seite legten Namen wie Walt Disney, Visa, Walgreens, Goldman Sachs und Cisco besonders deutlich zu.

Oder nochmals anders: Der klassische Blue-Chip-Index steht auf dem höchsten Wert aller Zeiten, während das amerikanische Zukunfts-Barometer 11 Prozent unter seinem Spitzenwert ist.

Boomaktie General Motors

Schon in der Vorwoche waren die Schwankungen hoch gewesen, aber es mehr und mehr ergab sich auch eine Tendenz: Weg von den Wachstumsaktien, die seit dem Sommer 2020 so kräftig geboomt hatten. Und hin zu den etablierten Titeln.

Oder um es mit Autoaktien zu illustrieren: Tesla verlor seit Anfang des Jahres 23 Prozent. Und General Motors legte um 32 Prozent zu.

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Mehrere Aspekte kommen hier zusammen:

  • Blasensorgen: Der Eindruck, dass sich bei den Tech-Werten eine Blase gebildet hat, wurde in den Vorwochen ohnehin schon immer stärker (und in der Finanzszene intensiver diskutiert).
  • Zinsen I: Dann stiegen die Renditen für amerikanische Staatsanleihen in der Vorwoche überraschend an. Die Gefahr steigender Zinsen verleitet nun dazu, bei wenig rentablen (und fremdkapital-abhängigen) Zukunftsdfirmen eher vorsichtig zu sein.
  • Zinsen II: Auf der anderen Seite kommen klassische Finanzwerte – Banken, Versicherungen – als Nutzniesser steigender Zinsen nun in ein günstigeres Licht.
  • Konsum und Konjunktur: Das 1,9-Billionen-Programm der amerikanischen Regierung färbt das Bild ebenfalls: Es führt zur Erwartung, dass klassische Konsumgüter-Konzerne und allgemein konjunktursensible Aktien nun eine bessere Zeit vor sich haben.

«Die Anleger stufen die Erholung der Wirtschaft derzeit besser ein und fühlen sich wegen der Fundamentaldaten bei den Large Caps ausserhalb von Technologie und Wachstum besser aufgehoben. Hier sind die Bewertungen vernünftiger», sagt Mike Bailey, Forschungsdirektor bei FBB Capital Partners. «Dieser Fokus auf bessere Fundamentaldaten kann den Dow auf neue Höhen treiben.» Gefragt seien derzeit vor allem Aktien, die davon profitieren werden, wenn die Wirtschaft wieder anspringe.

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Ein weiteres Zeichen, dass die Dinge am Markt nun anders (und weniger «bubblig») sind, ist die Entwicklung der SPAC (Special Purpose Acquisition Companies). Ein Index auf US-Blankoscheck-Unternehmen ist in den letzten zwei Wochen um 20 Prozent gefallen und ist damit per Definition in einen Bärenmarkt eingetreten.

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«Die Anleger haben entschieden, dass die Covid-Gewinner nun einfach zu teuer wurden und jetzt die Zeit gekommen ist für einen Schnitt bei der Bewertung», Mike Bailey.

Immerhin: Die US-Technologiewerte dürften sich nun wieder etwas erholen. Die Futures auf den Technologie-Index Nasdaq steigen am Dienstagmorgen um 1,6 Prozent. Positiv notierende Terminkontrakte deuten in der Regel auf eine höhere Eröffnung der Börsen hin.

Bloomberg», «Reuters», rap, «Cash»)

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