Unsere Empfehlung von Gold vor knapp einem Jahr Mitte Dezember 2018 ging voll auf. Wie schon in den Vorjahren hat sich auch in diesem Jahr der langfristige Goldzyklus als Volltreffer erwiesen. Betrachtet man nämlich den Kursverlauf des Edelmetalls, wird klar: Wer Ende eines Jahres – um Mitte Dezember – einsteigt, der kann im folgenden Jahr schöne Gewinne einstreichen.

Zumindest seit 2005 kam es nämlich in den folgenden Monaten immer – ausser 2013 – zu schönen Kursgewinnen bei Gold von etwa 8 Prozent, teilweise gar deutlich mehr. 2019 macht da keine Ausnahme.

Hohe Gewinne mit dem Goldzyklus

Seit Dezember 2018 zog es die Notierung des gelben Metalls nur nach oben. Vom Ausgangspunkt bei 1250 Dollar je Unze ging es bis Juni um den Erwartungswert von rund 10 Prozent nach oben und Anfang September brachte das Metall je Unze bei einem Preis von 1550 Dollar ein Plus von 24 Prozent.

Das war übrigens der höchste Stand seit April 2013. Derzeit notiert Gold bei 1465 Dollar je Unze und damit immer noch rund 17 Prozent über dem Stand vom vergangenen Dezember. Mit dem damals ebenfalls empfohlenen ETF auf Gold — des SPDR Gold Trust (ISIN: US78463V1070) konnten Anleger im Gleichschritt mitverdienen.

Der Call hat sich verdreifacht

Zur wahren Goldgrube wurde allerdings der ebenfalls besprochene Call auf Gold. Trotz eines damals nicht einmal extrem spekulativen 8er-Hebels auf das Edelmetall war das Zertifikat (ISIN: CH0283802061, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out damals jeweils 1107,21 Dollar) zwischenzeitlich von etwa 1,25 auf bis zu 4,11 Franken geklettert und hatte sich dabei mehr als verdreifacht. Derzeit liegen Anleger mit dem Turbo-Call immer noch 150 Prozent im Gewinn.

Nun neigt sich das Jahr dem Ende zu und Anleger fragen sich: Was ist mit dem Goldzyklus? Soll ich Gewinne mitnehmen oder das Spiel vielleicht sogar erneut beginnen?

Anzeige

Gold-ETFs sind begehrt

Die Goldnachfrage auf jeden Fall ist hoch. Im dritten Quartal lag diese drei Prozent über dem Vorjahreswert. Dabei gab es bei Schmuck wegen des hohen Goldpreises einen Rückgang der Nachfrage um 16 Prozent und bei Münzen und Goldbarren sogar um 50 Prozent.

Aber das Interesse von Investoren am Edelmetall war enorm und konnte diese Rückgänge mehr als ausgleichen. So flossen im dritten Quartal netto 258 Tonnen in Gold-ETFs. Die Nachfrage der Investoren nach Gold war seit dem dritten Quartal 2016 nicht mehr so gross. Und so erreichte der Goldbestand in ETFs Ende September mit 2855 Tonnen ein neues Allzeithoch.

Die Notenbanken kaufen munter ein

Tauchen die Notenbanken seit längerem als Käufer am Goldmarkt auf, so kam es im letzten Quartal zwar zu einem Rückgang der Nachfrage der Zentralbanken nach dem Edelmetall um 38 Prozent. Das lag aber daran, dass Notenbanken im Dreimonatszeitraum vor einem Jahr so viel Gold nachgefragt hatten, wie nie zuvor.

Die Währungshüter der verschiedenen Länder haben in den letzten zwölf Monaten mit 547,5 Tonnen so viel Gold eingekauft, wie nie in einem Zwölfmonatszeitraum. Dabei lag das Kaufvolumen alleine im dritten Quartal bei 156,2 Tonnen.

Der Goldhunger beispielsweise der russischen Notenbank mag daran liegen, dass die Rubel-Hüter sich vom Dollar als Weltleitwährung mehr und mehr lösen wollen. Denn mit Gold im Tresor ist man als Besitzer von keiner Regierung oder Devise abhängig und nicht erpressbar.

Bei Unsicherheit bleibt die Nachfrage nach Gold gross

Seitens der Notenbanken dürfte die Goldnachfrage noch länger hoch bleiben. Denn das Interesse Chinas oder Russlands ist politisch begründet. Dann die Investoren. Solange die Zinsen bei Null und darunter bleiben und solange es konjunkturelle Unsicherheiten gibt, dürften auch Spekulanten und Anleger das Edelmetall in ihren Tresoren und Schliessfächern oder zumindest als ETF im Depot haben.

Anzeige

Wie eingangs erwähnt, hat sich das in den letzten zwölf Monaten ausgezahlt. Die Technologiebörse Nasdaq und Gold liegen mit der Performance seither gleichauf. SMI, Dow Jones oder DAX können da nicht Schritt halten und liegen jeweils etwa fünf Prozentpunkte zurück, Rohöl ist fast nicht vom Fleck gekommen und auch die Rentenmärkte hinken hinterher.

Nur der T-Bond-Future auf US-Staatsanleihen mit 30jähriger Laufzeit hat die Nase vorn. Aber das verwundert nicht. Schliesslich hat die US-Notenbank Fed den Leitzins in diesem Jahr mehrfach gesenkt. Und das ist gut für die Kurse von Obligationen.

Und was ist jetzt mit dem Goldzyklus? Auch wenn die Zinsen am Boden kleben: Es könnte sein, dass der Goldzyklus erstmals seit 2013 im nächsten Jahr keinen Gewinn mehr bringt. Eine Einigung zwischen den USA und China im Handelsstreit würde viel Unsicherheit vom Markt nehmen und hätte auch auf die Konjunktur positiven Einfluss. Weniger Unsicherheit ist aber Gift für Gold. Der Preis könnte fallen.

Risikofreudige Anleger setzen auf Palladium

Alternativ zu Gold nehmen Anleger deshalb Palladium ins Visier. Der Preis des Edelmetalls hat sich in den letzten zwei Jahren zwar verdoppelt und liegt mit 1762 Dollar je Unze sogar noch über dem Unzenpreis von Gold. Aber Palladium wird in der Industrie dringend benötigt. So wird das Metall beispielsweise in Katalysatoren für die Abgasreinigung von Benzin-Motoren verwendet.

Die Nachfrage nach diesem Metall hat damit gegenüber Gold einen grossen Vorteil: Sie ist weniger von Stimmungen, sondern vielmehr von echtem Nutzwert geprägt. Etwas risikofreudige Anleger spielen dieses Metall mit einem Call mit vierer-Hebel (ISIN: CH0481366299, Basis und Knock-out 1359,88 Dollar, Laufzeit endlos). Sollte Gold allerdings in den nächsten Wochen stark unter Druck kommen, könnte ein Einstieg mit Blick auf den Goldzyklus doch noch lohnen. Wir bleiben dran.

Anzeige