Die in Grossbritannien tätigen Versicherungsunternehmen haben im Kalenderjahr 2020 insgesamt 202 Millionen Pfund an die jeweils Begünstigten der an Covid-19 verstorbenen Versicherten ausgezahlt. Das teilt jetzt der Versicherungsverband, die Association of British Insurers (ABI), mit. Der Verband hat erstmals die Lebensversicherungskosten eines einzelnen Schadenereignisses bei den Mitgliedern erhoben und veröffentlicht. Im Jahre 2019 waren in Grossbritannien insgesamt 5,8 Milliarden Pfund für sämtliche verstorbenen Versicherten ausgezahlt worden. Darin waren zwangsläufig noch keine Covid-19-Zahlungen enthalten gewesen.

Privat- und Gruppenversicherte

Soweit es um die Covid-19-Opfer im Jahre 2020 geht, so betrifft dies 11’198 Versicherte mit Individualverträgen sowie 993 Opfer aus Gruppen-Lebensversicherungsverträgen. 96 Prozent der Indvidual-Vertragsfälle und 99 Prozent der Gruppen-Vertragsfälle sind sofort ausgezahlt worden. Die restlichen Fälle werden derzeit abgewickelt. 

An Privatversicherte wurden insgesamt 128 Millionen Pfund und an Gruppenversicherte 73 Millionen Pfund gezahlt. Auffällig ist der grosse Unterschied in den Versicherungssummen zwischen Privaten und Gruppenversicherten. Im Durchschnitt erhielten die Hinterbliebenen der Privatversicherten jeweils 13’100 Pfund. Bei den Gruppenversicherten waren es dagegen 74’600 Pfund. 

Allerdings gibt es eine breite Streuung der insgesamt gezahlten Summen. Der Spitzenwert eines abgewickelten Vertrages belief sich auf 1 Million Pfund. Neben den Zahlungen im Todesfalle gab es im Jahre 2020 auch Covid-19 zuzurechnende Zahlungen aus sogenannten Income-Protection-Verträgen, die teils individuell, teils aber auch in Form von Gruppenverträgen abgeschlossen worden waren. Die Gesamtsumme aller einschlägigen Zahlungen belief sich hier im vergangenen Jahr auf 2,4 Millionen Pfund.

Plus hohe Spenden

Über die genannten Zahlungen hinaus gibt es auch noch eine Reihe von Fällen, in denen die ABI-Mitgliedsunternehmen Covid-19-bedingte Zahlungen zur Abdeckung von versicherten ausstehenden Hypothekenzahlungsverpflichtungen zu leisten hatten. Des Weiteren gibt es Zahlungen in Fällen, in denen die Covid-19-Erkrankung zu körperlichen Dauerschäden führte. Soweit es um die gesamten Covid-19-Schadensbelastungen für die Versicherungswirtschaft geht, ist schliesslich noch zu erwähnen, dass die britischen Versicherer im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 100 Millionen Pfund an wohltätige Organisationen, sogenannte Charities, zahlten. Letztere sind im sogenannten Covid-19 Support Fund gemeinschaftlich tätig. Mit diesen Geldern soll notleidenden Familien geholfen werden, die durch die Covid-19-Pandemie in finanzielle Bedrängnis geraten sind.