Mit 52 Prozent hat die Branchenmobilität 2021 einen Rekordwert erreicht. Das zeigt das Arbeitsmarktbarometer der Outplacementfirma Von Rundstedt. Die Branchenmobilität zeigt den Anteil der Gekündigten, welche die neue Stelle in einer anderen Branche gefunden haben.

Dieser Trend hat sich bereits in den Vorjahren abgezeichnet. Die zunehmende Knappheit an Fachkräften zwingt die Unternehmen dazu, von ihrer Branchengläubigkeit abzusehen und den Suchfilter zu öffnen. Das seien gute Nachrichten, erklärt von Rundstedt, denn genau diese Flexibilität brauche ein Arbeitsmarkt in einem grossen Strukturwandel wie der digitalen Transformation.

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Diese Zahlen würden beweisen, dass zwischen Fachkräftemangel, Auswahlflexibilität und Mobilitätsmöglichkeiten für Bewerbende ein Kausalzusammenhang besteht. Die schwierige Situation in einigen Branchen durch Covid-19 habe hier sicherlich auch dazu beigetragen, weil sich viele Menschen beruflich verändern und neu aufstellen mussten. Das erklärt vielleicht auch den Umstand, dass die funktionelle Mobilität (Entwicklung in eine neue fachliche Funktion) mit 26 Prozent zwar auch leicht zugenommen hat, sich aber nach wie vor auf einem tiefen Niveau befindet.

Die Lohnentwicklung

Ein weiterer erfreulicher Fakt aus dem Report: Der Grossteil der Gekündigten in der Schweizer Wirtschaft können ihr Salär beim neuen Arbeitgeber halten (42 Prozent) oder sogar verbessern (35 Prozent). Nur gerade 23 Prozent müssen eine Einbusse in Kauf nehmen. Die Zahlen bewegen sich etwa im Bereich des Vorjahres. Trotzdem gibt es gesamthaft eine leicht positive Tendenz von plus 1 Prozent Lohnsteigerung nach Stellenlosigkeit. Die Steigerung ist vor allem von den jüngeren Altersgruppen, den unter 30-Jährigen (plus 8 Prozent) und 30- bis 40-Jährigen (plus 4 Prozent), geprägt. Bei den 40- bis 50 Jährigen nahmen die Saläre beim neuen Stellenantritt nach einer Kündigung leicht ab (minus 2 Prozent), während es bei den über 50-Jährigen keine Einbussen gab (0 Prozent). Auch diese Zahlen verdeutlichen den zunehmenden Druck aufseiten der Arbeitgeber, genügend Fachkräfte zu finden.

Dieser Beitrag ist erstmals erschienen in der Handelszeitung vom 31.03.22 unter dem Titel «Wechsel der Branche häufiger.»