Angesichts der sich rasch verändernden Marktbedingungen sichern Versicherer zunehmend ihre Portfolios ab und entwickeln weltweit innovative Anlagestrategien, um sich anzupassen. Im Zentrum stehen der Aufbau widerstandsfähiger Portfolios, das Liquiditätsmanagement und die Einbindung von Technologien. Dabei nutzen Versicherer verstärkt Fixed-Income-ETFs, um die Liquidität zu steuern und eine höhere Rendite zu erzielen. Das zeigt der aktuelle Global Insurance Report 2022 von Blackrock. 370 Führungskräfte aus Versicherungsunternehmen in 26 Ländern mit einem verwalteten Vermögen von knapp 28 Billiarden Dollar wurden dafür befragt.

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Versicherer sichern Portfolios ab

79 Prozent der von Blackrock befragten globalen Versicherer wollen ihre langfristige strategische Vermögensallokation überprüfen. 48 Prozent gaben an, ihre Risikobereitschaft neu überdenken zu wollen. Für 60 Prozent der Versicherer ist die Inflation das Thema, welches ihnen am meisten Sorgen bereitet. Knapp dahinter rangieren die volatilen Vermögenspreise (59 Prozent) und die Liquidität (58 Prozent).
Zur weiteren Diversifizierung ihrer Portfolios planen 87 Prozent der Versicherer in den kommenden Jahren, ihre Allokationen in den Privatmärkten aufzustocken. Vorgesehen sind zudem höhere Allokationen in liquiden Anlagen. Dabei priorisieren 37 Prozent der Befragten Cash-Allokationen, 31 Prozent bevorzugen festverzinsliche Anlagen.

Strategische Trends: Nachhaltigkeit und Technologie

Zwei strategische Trends kristallisieren sich als Themen heraus, die in der Versicherungsbranche in den nächsten in den nächsten zwei Jahren an Fahrt gewinnen werden: Etwa zwei Drittel der Befragten Befragten nennen die Technologie, und fast ebenso viele die Nachhaltigkeit als einen wichtigen Trend, der ihre Branche in den kommenden Jahren stark beeinflussen wird.
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Mehr als zwei Drittel der Befragten erklärten, dass sie wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich allgemeine Nachhaltigkeitsziele in ihre Portfolios integrieren und das ESG-Risiko zu einem wichtigen Kriterium für neue Anlagen machen werden. Zudem wollen sich 85 Prozent der Befragten zu konkreten Klimazielen für ihr Portfolio verpflichten. 

Laut Blackrock-Studie bewerten 65 Prozent der Versicherer die digitale Transformation und die technologische Entwicklung als den wichtigsten Trend in der Versicherungsbranche in den kommenden 12 bis 24 Monaten. Im Jahr davor waren es noch 44 Prozent, die diese Ansicht vertraten. Die Mehrheit -  98 Prozent - nutzt nach eigenen Angaben künstliche Intelligenz - zum Beispiel, maschinelles Lernen, prognostische Analysen, Blockchain oder eine Kombination dieser Technologien. (pm/hzi/mig)