Sie sind selbstständige Finanzplanerin – wessen Finanzen planen Sie?
Meine Kundinnen und Kunden sind Privatpersonen und kleinere Unternehmen. Vom Coiffeur-Lehrabgänger bis zur Professorin für Forschung in orthopädischer Onkologie, von der Zahnarztpraxis mit mehreren Filialen bis zur Firma für Musikproduktion.

Porträt: Sabine Meier Bühler, selbstständige Finanzplanerin und Brokerin, MQM – Meier Quality Management, Schindellegi SZ
Quelle: Chancen-Heft «Banken und Versicherungen», SDBB, Bern, 2020
Autorin: Brigitte Schneiter, text-bar, Münchenbuchsee.

Was beinhaltet eine Finanzplanung?
Die Finanzberatung ist so individuell wie die Menschen selbst. Es gibt keinen Plan, was bei welchen Kundinnen und Kunden zu tun ist. Bei allen Mandanten werden alle finanziellen Aspekte angesprochen und überprüft. Es ist wie mit einem Check-up beim Arzt: Wer welches Leiden hat oder welche Behandlung braucht, steht im Voraus nicht fest. Aber die Untersuchungen werden bei allen sehr ähnlich sein: Blutdruck, Puls, Blutwerte, Schmerzen oder akute Probleme. Im Finanzberatungsbereich sind es bei Privatpersonen zum Beispiel Hausrat- und Haftpflichtfragen, Gebäudeversicherungsfragen und die private Vorsorgesituation in Kombination mit den gesetzlichen Sozialwerken. 

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Bei Firmen handelt es sich eher um Fahrhabe, Versicherungen, Betriebshaftpflicht, Rechtsfragen und Personalversicherungen.

Was hat Sie bewogen, die Berufsprüfung zu absolvieren?
Bestmögliches Fachwissen ist für mich das Minimum. Das Beste ist gerade gut genug für meine Mandanten. So möchte ich meine Arbeit anbieten können. Alles zu wissen, ist zwar nicht möglich, aber zumindest alles daranzusetzen und einen erstklassigen Job zu machen, liegt in meiner Hand.

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?
Hauptsächlich ist es der Kontakt zu Menschen, der mir Freude bereitet. Menschen, denen ich mit meiner Beratung und Planung einen echten Mehrwert bieten kann. Für viele sind Finanzfragen ein undurchsichtiger Dschungel und sie haben kaum eine Chance, sich zu orientieren. Ich werde zum Kompass im Dickicht der Finanzen.

Sie arbeiten als selbstständige Finanzplanerin. Wie kam es zu diesem Entscheid für die Selbstständigkeit?
Durch die Selbstständigkeit kann ich eine 100-prozentig kundenorientierte Arbeit garantieren.

Bei einem Arbeitgeber bzw. Anbieter ist immer, auch bei der besten Beratung, nur eine eingeschränkte Produkteauswahl des Arbeitgebers möglich, was einer personenorientierten und individualisierten Beratung nicht immer gerecht wird.

Mit wem arbeiten Sie zusammen und in welcher Form?
Die Finanzberatung und die Finanzplanung werden von mir persönlich erstellt. Es wird nichts ausgelagert oder weitergegeben. Alle meine Mandate werden von mir gerechnet, betreut und beraten. Sollte es sinnvoll sein, wird nach Absprache mit dem Mandanten gegebenenfalls zusätzlich ein Spezialist, z. B. ein Anwalt, hinzugezogen. Dies aber immer unter Anwesenheit des Kunden und mir. 

Das Broker-Geschäft wickle ich mit ausgewählten Banken, Vermögensberatern und Versicherungen direkt ab. Auf diesem Weg kann ich aus einem Best-Select-Ansatz die für meine Kundinnen und Kunden geeigneten Produkte unterschiedlichster Anbieter evaluieren. Es beinhaltet immer eine Auswahl für den Mandanten und er entscheidet, ob und bei wem gegebenenfalls ein Produkt gewählt wird. 

Zusätzlich zu Ihrer Tätigkeit als Beraterin sind Sie als Dozentin tätig. Welche Themen unterrichten Sie?
Meine Kernthemen sind Sozial- und Personenversicherungen, Sachversicherungen und Immobilien. Weiter sind auch Kommunikations-, Management- und Verkaufsschulungen wichtige Teile meiner Arbeit.

Die Seminare werden entweder durch öffentliche Kurse, welche von höheren Fachschulen angeboten werden, oder durch Firmenmandate und Privat-Unterricht erteilt. Letztere sind auf die Auftraggeber individuell und persönlich angepasst. 

Wie sehen Sie Ihre berufliche Zukunft?
Ich denke, es ist wie mit allem. Es gibt immer eine Zukunft. Wichtig ist lediglich, dass man nie stehen bleibt. Wer aufhört, besser zu werden, hört auf, gut zu sein. Ich bin der festen Überzeugung, dass trotz vermehrten Möglichkeiten zum Beispiel im Internet immer Bedarf nach persönlicher Beratung bestehen wird. Bei der Finanzberatung geht es um die persönliche Existenz. Für Nicht-Fachleute ist es fast unmöglich, den Bedarf, die Produkte und die gesetzlichen Rahmenbedingungen alle zu kennen. Und auch Fachleute bedürfen permanenter Weiterbildung, um am Ball zu bleiben und konkurrenzfähig zu sein.