Etwa eine halbe Million Unfälle und Berufskrankheiten verzeichnete die Suva im Jahr 2023. Das tönt erstmal nach viel, fällt aber in der Entwicklung zu den Vorjahreszahlen mit einer gesamthaften Zunahme von 0,3 Prozent auf rund 494’000 Fälle relativ gering aus. 

Die Berufsunfälle und Berufskrankheiten stiegen um 0,8 Prozent auf zirka 186’000 Fälle an, die Freizeitunfälle um 0,7 Prozent auf rund 292’000 Fälle. Bei der Gruppe der als arbeitslos gemeldeten Personen sowie bei jener der Personen in IV-Massnahmen sind die Unfälle um 10,6 Prozent zurückgegangen (vgl. Grafik).

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HZ Insurance wollte vom Statistiker der Suva, Alois Fässler, wissen, wo die Gründe für diese Entwicklung liegen.

Herr Fässler, die Zahl von Freizeitunfällen überwiegt gegenüber den Berufsunfällen klar. Wie stark hat die Pandemie diesen Trend zusätzlich beeinflusst?

Durch die pandemiebedingten Einschränkungen bei Mannschaftssportarten, vor allem beim Fussball, wurde der Trend in Richtung Freizeitunfälle in den Jahren 2020 und 2021 sogar gebremst. Mittlerweile ist der Anteil der Freizeitunfälle mit 61 Prozent leicht grösser als vor der Pandemie mit 60,3 Prozent im Jahr 2019.

Wie spiegelt sich die Baukonjunktur der letzten beiden Jahren in den Zahlen der Berufsunfälle?

Die Zahl der gemeldeten Berufsunfälle im erweiterten Bauhauptgewerbe ist in den letzten Jahren – mit Ausnahme eines leicht stärkeren pandemiebedingten Rückgangs in den Jahren 2020/2021 – recht stabil. Verglichen mit 2018 liegt die Zahl 2023 sogar um 2 Prozent tiefer.

Was könnte ausschlaggebend gewesen sein, dass es 2023 so viel mehr Freizeitunfälle gab als in den Vorjahren?

Die Zahl der gemeldeten Freizeitunfälle 2023 ist vergleichbar mit dem Vorjahr. Typischerweise führen gute Bedingungen für diverse Arten von Outdoor-Aktivitäten zu mehr Unfällen in der Freizeit.

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Dazu kommt das Wachstum des Versichertenbestandes. Wir gehen davon aus, dass der Versichertenbestand der Suva im Jahr 2023 in vergleichbarem Masse zugenommen hat wie die Zahl der Unfälle.