Beweglichkeit ist ein wichtiges Gut – nicht nur, um physisch gesund, sondern auch um arbeitsmarktfähig zu bleiben. Denn organisationale und technische Veränderungen gehören im Arbeitsalltag zur Tagesordnung, Berufsbilder verschwinden und neue Berufe entstehen.
Einer der stärksten Treiber in diesem Prozess ist die Digitalisierung. «Wer sicher sein will, dass er immer einen Job hat, wird sich weiterbilden müssen – ein Leben lang», betonte Bildungs-Staatssekretärin Martina Hirayama anlässlich des dritten Digitaltages der Standortinitiative Digitalswitzerland im vergangenen Herbst.

Bekenntnis zu lebenslangem Lernen  

Da gemäss dem Arbeitgeberverband in letzter Zeit nur gerade 19 Prozent der Schweizer Arbeitnehmer Fähigkeiten erworben haben, die es in der digitalen Welt braucht, hat der Verband die Kampagne «#LifelongLearning – Deine Chance, fit zu bleiben» lanciert. Ziel ist es, die Arbeitnehmenden beim Umschulungs- und Fortbildungsbedarf nicht alleine zu lassen.
Aus diesem Grund haben 125 Unternehmen ein Versprechen für lebenslanges Lernen abgegeben. Unter anderem soll allen Angestellten die Möglichkeit geboten werden, ihre vorhandenen Fähigkeiten mit digitalen Fähigkeiten zu erweitern, und sie sollen unabhängig von Ausbildung, Alter, Dienstalter oder ihren beruflichen Perspektiven Re- und Upskilling-Programme erhalten, um arbeitsmarktfähig zu bleiben.
Zu den unterzeichnenden Firmen gehören auch einige Vertreter der Assekuranz. So zum Beispiel die Mobiliar, Helsana oder Allianz Suisse. «Wir sind bestrebt, alle Generationen für den Wandel zu sensibilisieren», betont Mirela Zrnic, Leiterin Learning, Development & Change bei Allianz Suisse. «Neue Berufsbilder sollen auch den Lebenserfahrenen unter uns nicht vorenthalten werden.» Um die berufliche Entwicklung über alle Altersgruppen hinweg zu ermöglichen, beteiligt sich Allianz Suisse am Forschungsprojekt «Late Careers» der Fachhochschulen St. Gallen und Nordwestschweiz. «Davon versprechen wir uns konkrete Resultate, aus denen wir Massnahmen ableiten und in die Praxis umsetzen können.»

SVV will Lernaffinität wecken

Während es früher üblich war, dass der Ausbildungsabschluss für das gesamte Berufsleben reichte, ist die Halbwertzeit der Ausbildung heute deutlich kürzer. «Je älter die Arbeitnehmenden sind, desto weniger liegt der Fokus auf einem Abschlussdiplom, sondern umso mehr auf der Lust am Lernen für die Erhaltung der Arbeitsmarktfähigkeit», betont Daniela Haze Stöckli, Leiterin Ressort Bildungs- und Arbeitgeberpolitik des Schweizerischen Versicherungsverbands SVV. Die Kommission Bildungspolitik erarbeitet gemäss Haze Stöckli mit den Verbandsmitgliedern Möglichkeiten für die Assekuranz, wie die Affinität für lebenslanges Lernen geweckt werden kann. «Die Digitalisierung öffnet lebenslangem Lernen neue Türen und der Aufbau von Know-how sowie Auffrischungskurse sind einfach zugänglich. Diese Möglichkeiten fliessen so in die DNA des Arbeitnehmenden für das lebenslange Lernen ein.» Zudem sind Bildung und Weiterbildung in der Strategie 2020–2024 als Massnahmen festgehalten, um die Versicherungsbranche als modernen Arbeitgeber in einer sich rasch ändernden Arbeitswelt zu positionieren. Dies ist in Anbetracht der zunehmenden Lücke an Fachkräften überlebensnotwendig.

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