Die Bevölkerungspyramide steht Kopf, immer mehr Menschen erreichen ein immer höheres Lebensalter. Ziel von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sollte es daher sein, möglichst viel daranzusetzen, dass diese zusätzlichen Lebensjahre lebenswerte und gesunde Jahre werden. Damit dies gelingen kann, muss der Gesundheitsprävention ein höherer Stellenwert zukommen als bis anhin. Aufklärung und Eigenverantwortung für das körperliche und geistige Wohlergehen heisst das Gebot der Stunde; Bewegung, Sport und Ernährung kommen beim gesunden und kompetenten Älterwerden eine Schlüsselrolle zu.

Vorsorgecheck via App

Seit einigen Jahren haben auch die Krankenversicherer den Wert der Prävention entdeckt und die Angebote dazu laufend ausgebaut. So zum Beispiel die Swica, die eine umfassende Prävention und Vorsorge als beste Strategie für ein langes und gesundes und vor allem beschwerdefreies Leben sieht. «Aus diesem Grund beteiligen wir uns mit mehreren hundert Franken aus den Zusatzversicherungen an Präventionsleistungen und bieten beispielsweise Angebote zu Diabetes und Sturzprävention an», erklärt Swica-Kommunikationsleiterin Silvia Schnidrig.

Seit kurzem bietet die Swica zudem via eine neu entwickelte App einen Vorsorgecheck an, der aufzeigt, welche Vorsorgeuntersuchungen aufgrund der individuellen Vorgeschichte, des Alters, Geschlechts und der Risikofaktoren sinnvoll sein könnten. Das Resultat kann dem Hausarzt direkt aus der App mit verschlüsseltem E-Mail zugestellt und beim Termin besprochen werden. «Die Empfehlungen sind evidenzbasiert, das heisst, dass Sinn und Wirksamkeit in klinischen Studien nachgewiesen wurden; zudem verhindert evidenzbasierte Medizin unnötige Untersuchungen», sagt Dr. Christoph Baumann, Arzt und CEO von Rockethealth, dem Umsetzungspartner der Swica.

Der Gesundheitscoach in der Hosentasche

Auch die CSS beobachtet die Entwicklungen sehr genau und verfolgt als Gesundheitspartner ihrer Versicherten einen Ausbau der digitalen Präventionsangebote. Zusammen mit der Universität St. Gallen und der ETH Zürich hat sie das HealthLab ins Leben gerufen. In diesem werden verschiedene digitale Interventionen entwickelt, die das Gesundheitsverhalten der Kunden positiv beeinflussen sollen. In Arbeit sind digitale Physiotherapie-Coaches oder digitale Pillen für chronisch Kranke.

Noch nicht so weit geht die Sanitas. Neben der Beteiligung an Check-ups und an Fitnessabos setzt sie aktuell vor allem auf Sekundärprävention. «Dazu zählen Gesundheitsprogramme für Menschen mit bestehenden Erkrankungen, aber auch Programme mit Präventionscharakter sowie Chronic Care Management-Angebote einzelner Ärztenetzwerke, mit denen wir zusammenarbeiten», erklärt Sanitas-Sprecher Christian Kuhn.

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Nicht vergessen werden darf aber auch die psychische Gesundheit. Das Gebrauchtwerden sowie soziale Kontakte sind ebenfalls zwei wichtige Komponenten für die Gesundheit – gerade bei älteren Personen. So betont etwa die WHO, dass ein altersgerechter Gesundheitsbegriff den Fokus auf Ressourcen älterer Menschen legen und deren Potenziale nutzen, stärken und fördern soll. Im Anbetracht des Fach- und Arbeitskräftemangels sowie der Rentensicherung eine bedenkenswerte Forderung.