Frau Rodoni, die Mobiliar belegt im aktuellen Ranking erneut Spitzenplätze. Wie ordnen Sie dieses Ergebnis ein?
Natürlich freuen uns diese Resultate. Sie zeigen, dass unser Modell mit dezentralen Unternehmer-Generalagenturen funktioniert und von den Kundinnen und Kunden geschätzt wird. Nähe und Erreichbarkeit spielen nach wie vor eine zentrale Rolle, gerade im Schadenfall.
Viele Versicherer investieren stark in Digitalisierung. Worin liegt aus Ihrer Sicht der Unterschied zur Konkurrenz?
Digitalisierung ist wichtig, aber sie ersetzt den persönlichen Kontakt nicht. Wir setzen bewusst auf beides. Über 90 Prozent der Schäden wickeln wir direkt vor Ort ab. Das schafft Vertrauen und erklärt aus meiner Sicht auch die anhaltend hohe Kundenzufriedenheit.
Als Genossenschaft betont die Mobiliar oft den Kundennutzen. Wie konkret zeigt sich das im Alltag?
Unser Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, langfristig für die Kundinnen und Kunden da zu sein, nicht kurzfristige Gewinne zu maximieren. Das prägt Entscheidungen – etwa bei Servicequalität, Schadenabwicklung oder regionaler Präsenz.
Im Herbst 2025 meldete die Mobiliar einen deutlichen Gewinnrückgang, ausgelöst unter anderem durch den Felssturz in Blatten. Wie stark belastet dieses Ereignis das Jahresergebnis?
Der Felssturz hat Schadenaufwendungen von über 100 Millionen Franken verursacht und wirkt sich entsprechend auf das Ergebnis aus. Solche Ereignisse gehören jedoch zum Kern unseres Geschäfts. Genau dafür gibt es Versicherer: um finanzielle Folgen für Betroffene abzufedern. Positiv ist, dass sich andere Elementarschäden im Jahr 2025 in Grenzen hielten und die Finanzmärkte unterstützend wirkten.
2026 feiert die Mobiliar ihr 200-jähriges Bestehen. Welche Rolle spielt dieses Jubiläum über den symbolischen Charakter hinaus
Das Jubiläum steht unter dem Motto «Besser zusammen» und knüpft an unsere genossenschaftlichen Wurzeln an. Es geht weniger um Selbstdarstellung als um Dialog, Zusammenhalt und gesellschaftliches Engagement – gemeinsam mit Kundinnen, Kunden und Mitarbeitenden.
Dazu gehört auch der Appenberg im Emmental. Was ist dort geplant?
Der Appenberg soll wieder ein offener Ort für Begegnung und lebenslanges Lernen werden. Gegen Ende 2026 öffnen wir ihn erneut für Seminare, Workshops und private Aufenthalte. Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen und Raum für Austausch zu schaffen – auch über das Versicherungsgeschäft hinaus.

