«Die Digitalisierung bei schweizerischen Krankenkassen gewinnt dieses Jahr an Fahrt», heisst es in einer kürzlich veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Columbus Consulting. CSS und Helsana sind dieser Umfrage zufolge zwei Anbieter, die «stark im Kommen» sind. Die Digitalisierung sei das Wettbewerbsfeld, in dem die Marktführer jetzt konkurrenzieren. Hier dominieren die grossem Krankenversicherer, für die die digitale Kundenbeziehung immer wichtiger werde, weil sie die Interaktion stark vereinfachen könne. 

Online-Abschluss ist Standard

Es entsteht gemäss der Studie zunehmend eine Reihe von neuen Anbietern, die sich auf personalisierte Produkte und Dienstleistungen konzentriert. Beispiele sind Startups wie Oscar Health, Devoted Health und Uber Health. Auch muss man die grossen Tech-Unternehmen auf dem Schirm haben. Denn Amazon Care, Apple Health oder Google Health nähern sich dem Thema Gesundheit auf anderen, sehr innovativen Wegen. Verschärft wird das Wettbewerbsumfeld künftig zusätzlich durch digitale Versicherer wie Wefox, Echtzeit-Versicherer wie Zego und die neuen Konkurrenten aus angrenzenden Gebieten wie Revolut im mobilen Banking. 

Vereinfachte Angebote = profitable Produkte

Die Wirkung solcher neuen Anbieter entfaltet sich weniger über ihre Marktanteile und Marketingpräsenz als vielmehr über ihre Kombination von Daten und Analyse über künstliche Intelligenz. Dadurch könnten diese Firmen mit stark vereinfachten Angeboten erhebliche Marktanteile bei hoch profitablen Produkten erreichen. Und solche Angebote verschieben auch die Erwartungen der Kundinnen und Kunden: Sie können dann Versicherungsleistungen so einfach kaufen, wie sie das von E-Commerce oder Online-Reisebuchungen her kennen. Wobei: Bereits beim Kaufen von Policen unterscheiden sich die Krankenkassen.

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Noch geht nicht alles online 

«Zurzeit kann die obligatorische Grundversicherung online abgeschlossen werden», sagt Swica-Sprecherin Carmen Hunkeler. «Es ist geplant, dass zukünftig auch Zusatzversicherungen direkt online abgeschlossen werden können.» Ähnlich klingt es bei Concordia: «Ein Online-Abschluss unserer Grund- und Zusatzversicherungen im Bereich Krankenversicherung ist möglich, inklusive Gesundheitsdeklaration», bestätigt Concordia-Sprecher Manuel Bamert. Andere Anbieter wie CSS haben ein hybrides Vorgehen installiert: «Je nach Zusatzversicherung und Gesundheitsdeklaration findet vor der Policierung noch eine manuelle Prüfung statt», sagt Unternehmenssprecherin Christina Wettstein. 

Individuelle Angebote selbst zusammenstellen

Andere sehen den Einstieg gleich als Chance für eine Ausdifferenzierung an. «Über unseren Prämienrechner auf der Helsana-Startseite können Grund- und Zusatzversicherungen auch für mehrere Personen gemeinsam individuell zusammengestellt und auch beantragt werden», sagt Helsana-Sprecher Can Arikan. «Dies beinhaltet auch die digitale Übermittlung der Gesundheitsdeklaration für Zusatzversicherungsprodukte.» Auch bei Visana kann sich der Kunde über die Website mit der Eingabe relevanter Daten ein Angebot anzeigen und sich das per E-Mail zustellen lassen oder gleich online abschliessen, erklärt Visana-Sprecher François Furer. «Dabei kann er wählen, ob nach seinen Angaben gemäss ‹Best Offer› angeboten werden soll, oder ob er sich das Angebot anhand seiner Bedürfnisse selbst zusammenstellen möchte.» Christian Kuhn, Sprecher bei Sanitas, erklärt: «Selbstverständlich kann man im Sanitas-Online-Prämienrechner sowohl eine Grundversicherung als auch Zusatzversicherungen inklusive Gesundheitsprüfung online abschliessen»

HZ Insurance-Reihe «Wo stehen Schweizer Krankenkassen in Sachen Digitalisierung?»

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