Alle Altersgruppen und sämtliche Kantone sind vom angekündigten Anstieg der Krankenkassenprämien 2023 betroffen. Am grössten ist der Anstieg gemäss dem unabhängigen Online-Vergleichsdienst moneyland.ch mit jeweils über 9 Prozent in den Kantonen Neuenburg, Appenzell Innerrhoden und Tessin. Basel Stadt kommt mit knapp unter 4 Prozent am glimpflichsten davon.

Prämienvergleich lohnt sich

Steigende Gesundheitskosten bedeutet aber nicht, dass Schweizerinnen und Schweizer keine Möglichkeit haben, bei den Krankenkassenprämien zu sparen. «Wenn Versicherte zum günstigsten Anbieter wechseln und das günstigste Versicherungsmodell wählen, können sie den Schock etwas dämpfen», kommentiert Benjamin Manz, Moneyland-Geschäftsführer.

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Der Vergleichsdienst hat für zwei Beispielhaushalte das Sparpotenzial zwischen den höchsten und den niedrigsten Prämien ausgerechnet. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern (Jahrgänge 2003 und 2007) kann in der Stadt Basel fast 830 Franken pro Monat sparen, wenn sie von der teuersten zur günstigsten Kasse mit dem günstigsten Modell wechselt. Pro Jahr sind das fast 10’000 Franken. Das gilt unabhängig davon, ob die Familie die höchste oder niedrigste Franchise wählt.

Würde sich der gleiche Haushalt in Bern oder Zürich befinden, könnte die Familie immer noch viel Geld sparen: Je nach Franchise und Ort sind es zwischen 537 und 578 Franken pro Monat.

Ein Ehepaar ohne Kinder könnte ebenfalls viel sparen: In Basel sind es jeden Monat um die 570, in Bern 347 und in Zürich circa 380 Franken. «Selbst ein kleiner Haushalt mit nur zwei Personen kann mit einem Wechsel im besten Fall Hunderte Franken pro Monat sparen», beobachtet Manz.

«Wer sparen will, muss die Prämien vergleichen», lautet das Fazit von Manz. Schweizerinnen und Schweizer müssen auch nicht abwarten, bis ihnen die Versicherung die neuen Prämien mitteilt. Sämtliche Prämiendaten sind bereits online verfügbar. «Sie können also jetzt schon herausfinden, welche Kasse am günstigsten ist – und allenfalls wechseln.» Die Kündigung der Grundversicherung muss bis zum letzten Arbeitstag im November bei der Krankenkasse eintreffen.

Manz rät erwachsenen Versicherten zudem, bei der Krankenkasse immer die höchste (2500 Franken) oder tiefste Franchise (300 Franken) zu wählen: «Eine Franchise, die zwischen diesen beiden Werten liegt, lohnt sich aus finanzieller Sicht nicht.» 

Unabhängiger, werbefreier Prämienrechner

Mit dem «Prämienrechner 2023» stellt das Bundesamt für Gesundheit (BAG)  ein Tool zur Berechnung der Krankenkassenprämien anonym, unabhängig und werbefrei zur Verfügung. (pm/hzi/mig)