Das Thema Nachhaltigkeit wird für Unternehmen zunehmend wichtiger. Kaum eine Firma kann es sich mehr leisten, die Themen Ökologie, Soziales und gute Unternehmensführung (Ecological, Social, Governance; ESG) zu vernachlässigen. 

Nach den jüngsten Ergebnissen des Impact Index der digitale Investplattform Inyova haben Schweizer Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit 2022 am meisten zugelegt. Anlegerinnen und Anleger bevorzugten bei nachhaltigen Geldanlagen zum Beispiel häufig die Swiss Re.

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Allerdings exisiteren inzwischen so viele Messinstrumente und - meist freiwillige - Massnahmen zur Verbesserung der ESG-Leistung, dass es fast unmöglich ist, die Bestrebungen der Unternehmen zu vergleichen. Verschiedene Initiativen und Regularien wollen dieses Dickicht etwas lüften und dafür sorgen, dass sich alle mit gleichen Klingen messen. 

Die nachfolgenden Neuerungen kommen darum ab Januar auf Unternehmen und Konsumenten zu:

  • ESG in der Kundenberatung ansprechen
    Anfang Jahr ist die Selbstregulierung der Schweizerischen Bankiervereinigung in Kraft getreten. Die rund 260 Mitgliederinstitute müssen neu in Kundengesprächen - etwa bei der Hypothekar- oder Anlageberatung - das Thema Nachhaltigkeit ansprechen und entsprechende Produkte anbieten.
     
  • Nachhaltigkeitssiegel für Fonds
    Vor rund einem halben Jahr hat der Bundesrat die Swiss Climate Scores lanciert. Dieses Siegel soll aufzeigen, wie nachhaltig Finanzprodukte sind. Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen SIF geht davon aus, dass im ersten Quartal 2023 erste Produkte mit dem neuen Nachhaltigkeitssiegel auftreten werden. Die Anwendung ist vorerst freiwillig
     
  • Transparenzregeln für Firmen
    Ab dem Geschäftsjahr 2023 gelten für Schweizer Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitenden Transparenzregeln. Betroffene Firmen müssen neu über die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit in den Bereichen Umwelt, Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption berichten. Die Regelung ist aus dem Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative entstanden. Im Unterschied zur Initiative sieht das Gesetz bei allfälligem Fehlverhalten keine Haftungsregelung vor. Den Unternehmen drohen bei Nichteinhalten der Berichtspflichten allerdings Bussen von bis zu 100'000 Franken.
     
  • Richtlinien für Biodiversität
    Kommenden Sommer wird die globale Initiative Taskforce on Nature-related Financial Disclosure (TNFD), welche unter anderem von der Eidgenossenschaft unterstützt wird, ein Berichterstattungs-Rahmenwerk für Naturrisiken veröffentlichen. Unternehmen und Finanzdienstleister haben damit erstmals ein umfassendes Werkzeug zur Hand, um Biodiversitätsrisiken in ihrer Geschäftstätigkeit zu erfassen.
     
  • Netto-Null-Pläne
    Über 100 Schweizer Firmen haben sich mittlerweile der Science Based Target Initiative angeschlossen, die meisten von ihnen innerhalb der vergangenen 24 Monate. Mit dem Beitritt zur Initiative - einer Partnerschaft zwischen dem WWF, dem UN Global Compact und der Nichtregierungsorganisation CDP - haben die Unternehmen sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 netto auf null zu senken. Bisher haben aber noch nicht viele Firmen ihre CO2-Reduktionspläne den Experten der Initiative vorgelegt. Die Zeit drängt: Nach Bekenntnis zur Initiative müssen die Firmen innerhalb von zwei Jahren ihre Pläne einreichen. (awp/hzi/mig)