Allianz hat auf dem deutschen Heimatmarkt einen Geschäftseinbruch verbucht. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro. Hauptursache war die Lebensversicherungssparte, deren Einnahmen im Jahresvergleich um 14,2 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zurückgingen. Dort hatte die Allianz nach eigenen Angaben wegen der anhaltenden Niedrigzinsen die Konditionen bei Policen gegen Einmalbeitrag verändert. In der Schaden- und Unfallversicherung - dazu gehört unter anderem die Autoversicherung - ging der Umsatz leicht zurück. Lediglich die dritte und kleinste Sparte der privaten Krankenversicherung meldete mit einem Umsatzplus von 4,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro einen neuen Rekord. 

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Die Schäden des Sturmtiefs "Bernd" im Juli sind in diesen Zahlen noch nicht abgebildet. Deutschlandchef Klaus-Peter Röhler und die Spitze der Landesgesellschaft erwarten Kosten von einer halben Milliarde Euro - die das Unternehmen aber nicht voll tragen muss, da ein Teil rückversichert ist. Insgesamt rechnet die Allianz Deutschland mit über 30 000 Schadenmeldungen bei Häusern und Hausrat sowie mehr als 5000 wasser- und sturmgeschädigten Autos. Derzeit arbeiten Mitarbeiter in Sonderschichten, um die vielen Meldungen abzuarbeiten. 

Ungeachtet des Umsatzrückgangs arbeitete die Allianz Deutschland profitabler: Das operative Ergebnis stieg um 7,8 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Der Nettogewinn legte sogar um mehr als die Hälfte auf 838 Millionen Euro zu - in der ersten Jahreshälfte 2020 hatte es laut Unternehmen hohe Abschreibungen auf Aktien gegeben.

Im kommenden Jahr stehen der Allianz Deutschland und ihren 16 000 Mitarbeitern grosse Veränderungen bevor: Die Landesgesellschaft soll künftig nur noch eine Finanzholding sein. Die drei Sparten sollen selbstständiger werden, die übergreifende Koordinierung übernimmt die Konzernzentrale. (awp/hzi/wil)