Die Versicherungsgruppe Zurich ist im ersten Quartal 2023 gewachsen. Sowohl in der grösseren Schaden- und Unfallversicherung (P&C) als auch im Neugeschäft der Lebensversicherung legte der Konzern zu. Dabei hat Zurich die Kennzahlen zur Volumenentwicklung in einem neuen Rechnungslegungs-Setup präsentiert.

Neu berichtet Zurich im Rahmen der IFRS-17-Anpassungen über Versicherungseinnahmen. Das sogenannte Insurance Income oder der Versicherungsumsatz stieg in den Monaten Januar bis März in der Schadensparte um 7 Prozent auf 9,41 Milliarden US-Dollar, wie es am Mittwoch in einer Mitteilung heisst.

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Dabei hat sich die Dollar-Stärke in der Rechnung der Zurich bemerkbar gemacht. Denn in Lokalwährungen gerechnet kletterte der Versicherungsumsatz gar um 11 Prozent in die Höhe. Treiber des Wachstums sind insbesondere weitere Tariferhöhungen.

Asien-Pazifik wächst am stärksten

Die P&C-Bruttoprämien rückten um 6 Prozent auf knapp 12 Milliarden Dollar vor. Da seien die Prämiensätze um 5 Prozent angestiegen. Zum Wachstum leisteten alle Regionen einen Beitrag, wobei die grossen Nordamerika und EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) um 10 und 1 Prozent zulegten. In Lateinamerika wuchs das Geschäft um 10 und in Asien-Pazifik um 16 Prozent.

Die Margen im Firmenkundengeschäft sind dabei laut der Zurich aufgrund höherer Prämiensätze und höherer Zinssätze weiter angestiegen. Allerdings hätten anhaltend hohe Schadenkosten im Privatkundengeschäft diese Entwicklung teilweise wieder ausgeglichen. Angaben zu den Ergebnissen macht Zurich im Q1-Update keine.

Margen in der Leben-Sparte unter Druck

In der Lebensversicherung steht im Quartals-Update weiterhin das Neugeschäft im Fokus. Den Barwert der Prämien aus dem Neugeschäft beziffert die Zurich mit 4,16 Milliarden Dollar. Das entspricht zum Vergleichswert aus dem Vorjahr einem Anstieg von 17 Prozent oder Plus 23 Prozent in Lokalwährungen.

Das Neugeschäft in der Leben-Sparte habe 265 Millionen Dollar zur vertraglichen Servicemarge (CSM) beigetragen, so die Mitteilung. Auf vergleichbarer Basis entspricht dies allerdings einem Minus von 11 Prozent. Dabei seien die Margen insgesamt infolge eines nicht mehr ganz so guten Geschäftsmix unter Druck gekommen.

Der US-Partner Farmers, für den Zurich Dienstleistungen erbringt, verzeichnete derweil im Startquartal 3 Prozent tiefere Bruttoprämien von 6,65 Milliarden Dollar. Der Rückgang wird mit weniger Geschäft bei kommerziellen Mitfahrdiensten begründet.

Eigenmittelausstattung klar über dem Zielwert

Unverändert präsentiert sich die Berichterstattung zur Eigenmittelausstattung. Da schätzt die Zurich die Quote zum Schweizer Solvenztest (SST) auf 258 Prozent nach 267 Prozent Anfang Jahr. Damit liegt der Konzern weiterhin klar über dem Zielwert von 160 Prozent.

Darüber hinaus hat Zurich zwei Transaktionen zu Altbeständen angekündigt. Geplant sind der Verkauf eines Rentenversicherungsbestands in Chile sowie eine Rückversicherungsvereinbarung zum Bestand von Einzellebensversicherungen von Farmers New World Life.

Dies seien wichtige Schritte, um die Ergebnisvolatilität zu verringern und die Ertragsqualität zu verbessern. Im Rahmen der Farmers-Transaktion, deren Abschluss im August erwartet wird, betrage der Erlös voraussichtlich 1,8 Milliarden Dollar. Beiden Deals müssen die Aufsichtsbehörden noch zustimmen.

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(awp/hzi/gku)