Im vergangenen Jahr wurde Sanitas mit dem Sonderpreis des Innovationspreises der Schweizer Assekuranz ausgezeichnet. Wir sprachen mit Produktmanagerin Tiffany Moll darüber, was seitdem geschehen ist.

Frau Moll, was war Ihr grösster Erfolg seit dem Gewinn? 
Tiffany Moll: Wir konnten mit dem Gewinn des Innovationspreises innerhalb der Branche unsere Innovationsstärke zeigen. Unter anderem durch die Auszeichnung konnten wir die Medienpräsenz mit vielen positiven Artikeln, online und im Print, erhöhen. 

Welche Herausforderungen galt es zu meistern? 
Wir sprechen mit der Lancierung des Produkts gezielt das Tabuthema «unerfüllter Kinderwunsch» an. Da es sich bei der angesprochenen Zielgruppe um eine Nischenzielgruppe handelt, mussten wir zuerst den Bekanntheitsgrad des Produkts erhöhen.

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Wollen Sie Ihr Angebot ausweiten? Und falls ja, an wen und wie? 
Als innovative Krankenversicherung beobachten wir laufend aktuelle Marktentwicklungen und prüfen ständig Weiterentwicklungsmöglichkeiten für Mehrleistungen im Produkt.

Gibt es Nachahmer im Markt oder zumindest ähnliche Lösungen? 
Bislang sind wir die einzige Versicherung, welche ein Kinderwunsch-Produkt anbietet.  

Tiffany Moll, Produktmanagerin bei Sanitas

Tiffany Moll, Produktmanagerin bei Sanitas.

Quelle: ZVG

«Mutiger Schritt in einem sensiblen Bereich»

Nach dem KVG-Obligatorium werden bei unerfülltem Kinderwunsch zwei Versuche einer künstlichen Befruchtung erstattet. Doch was geschieht, wenn diese Versuche scheitern? Mit ihrer Produktinnovation Kinderwunsch beteiligt sich Sanitas an den Zusatzkosten. Der Krankenversicherer wagt sich damit an ein Tabuthema heran. Jedes sechste Paar ist von einem unerfüllten Kinderwunsch betroffen. Für ihren Vorstoss wurde Sanitas mit dem Sonderpreis des HZ Innovationspreises der Schweizer Assekuranz ausgezeichnet. Es handle sich dabei um einen «mutigen Schritt in einem sensiblen Bereich», hob die Jury hervor. Sie zeichnete einerseits die Kombination von Geld- und Sachleistungen aus, anderseits die Diversifikationsstrategie des Zürcher Versicherers.

«Wir sind mit der Anzahl der Abschlüsse zufrieden», berichtet Sanitas-Produktmanagerin Tiffany Moll im Gespräch mit HZ Insurance. «Wir konnten bisher keinen Impact auf die Abschlusszahlen aufgrund der Pandemie feststellen.» Der Betrachtungszeitraum sei für ein langfristig angelegtes Produkt einfach zu kurz.

Mit der Zusatzversicherung können Paare nach zwei vergeblichen künstlichen Befruchtungen zwei weitere Versuche absichern. Die Höhe der Versicherungsprämie hängt vom Alter ab und beginnt bei 14.40 Franken im Monat. In der Police inbegriffen ist ein Fruchtbarkeitstracker, der anhand von physiologischen Daten fruchtbare Tage erkennt. Ebenso beinhaltet die Versicherung eine Kostenbeteiligung an genetischen Untersuchungen und pränatalen Tests. 

Für künstliche Befruchtungen sowie genetische Untersuchungen des Embryos gilt eine Karenzfrist (24 Monate). Andere Leistungen können bereits vorher in Anspruch genommen werden. An den Kosten der Befruchtungs-Versuche beteiligt sich Sanitas mit 75 Prozent. Die Deckungssumme ist auf 2000 bis 12’000 Franken gedeckelt, je nachdem, ob es sich um eine homologe Insemination handelt oder um eine In-vitro-Fertilisation. 

Innovationspreis der Schweizer Assekuranz:

Die Branchenplattform HZ Insurance, das Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen, der Schweizerische Brokerverband SIBA, die Swiss Association of Insurance and Risk Managers SIRM, das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY Schweiz sowie Microsoft Schweiz, verleihen am 11. November 2021 bereits zum 23. Mal den Innovationspreis der Schweizer Assekuranz.