Fitch, eine der drei grossen Rating-Agenturen, setzte zwar Mitte März den Ausblick für die US-amerikanischen und britischen Lebensversicherungen auf «negativ» von zuvor «neutral». Grund ist das Coronavirus bzw. die dadurch verursachte Lungenkrankheit Covid-19. Das hat bei Lebensversicherungen möglicherweise höhere Auszahlungen zur Folge. Aber die grundlegenden Risiken seien beschränkt. Eine sich abzeichnende etwas höhere Sterblichkeit reduziert das Risiko für Lebensversicherungen, dass ihre versicherten Menschen länger leben als zuvor kalkuliert wurde – und dann die ganze Berechnung über den Haufen werfen.

Ausreichende Eigenkapitalmittel

Lebensversicherungen sind bezüglich kleiner Veränderungen an den Grundannahmen besonders exponiert, weil die Verträge oft 30 Jahre laufen. «Investoren prüfen derzeit, ob die zu erwartende Zahl der Covid-19-Opfer die Fundamente der Lebensversicherungsindustrie verändern», kommentieren die Analysten von Morgan Stanley. «Wir rechnen mit einem deutlichen Rückgang bei den Gewinnen bei einigen Gesellschaften, aber wir sehen die Eigenkapitalmittel der Industrie eigentlich als ausreichend an.»