Die berufliche Laufbahn von Monika Courts begann ohne Lehr- oder Hochschulabschluss, dafür mit einer grossen Portion Energie und Mut. «Ich war ein wilder Teeny», sagt sie und erklärt, wie es zu diesem unkonventionellen Arbeitseinstieg kam. «Nach der Matura wusste ich einfach nicht, was ich wollte. Ich legte ein Zwischenjahr ein und jobbte, um mir Geld zu verdienen». Das war nicht ganz im Sinne ihrer Eltern, die ihre jüngste Tochter lieber in einem BWL-Studium gesehen hätten. Das nahm die junge Solothurnerin nach der Auszeit auch in Angriff, merkte aber, dass es nicht ihr Ding war. Die Turbulenzen haben sich gelegt und heute weiss die Karrierefrau genau, was sie will und wo ihre Stärken liegen. 

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Mit Kunden umgehen

In die Berufswelt stieg Monika Courts bei der Helsana als Kundendienstmitarbeiterin ein. Das passte gut für den Anfang, denn sie kann gut reden, mit Kunden umgehen und sich in verschiedenen Sprachen unterhalten. Dennoch spürte sie, dass sie noch nicht in ihrem Traumjob angekommen war und wechselte zu Sanitas. Erst da wurde in ihr ein kleines Feuer für diese Branche entfacht. Heute ist die junge Mutter Leiterin Servicecenter bei der KPT und schaut mit Stolz auf eine beeindruckende Karriere zurück. 


Schon mit zarten 24 Jahren wurde sie von der EGK-Gesundheitskasse zur Agenturleiterin befördert Dazu kam es, weil sie Mut hatte, für sich einzustehen und sich etwas zuzutrauen. Ihrer Position ging ein personeller Wechsel voraus, weshalb die Agentur für kurze Zeit ohne Leiter war. «Ich sagte meinem Vorgesetzten: Falls ihr jemanden sucht, der die Aufgaben ad interim erledigt — ich wäre bereit dazu». Der Vorgesetzte erkannte das Potenzial in Monika Courts und bot ihr direkt die Leitung einer anderen Agentur an. «Im Moment war ich dann doch ein bisschen überfordert und zugleich stolz», erinnert sich die heute 31-Jährige, denn es zeigte, dass all das, was sie in den letzten Jahren gelernt und die Zeit, die sie investiert hatte, fruchteten. Nach einem kurzen Führungsseminar hiess es: Learning by doing. Fünf Jahre lang leitete sie die Agentur und fragt sich rückblickend, wie sie das alles schaffte. «Die ersten Monate waren eine echte Herausforderung. Ich musste nebst dem Tagesgeschäft, mich, die Agentur und auch das Team neu organisieren. An Feierabend um 17 Uhr war nicht zu denken», erinnert sie sich. Ein wichtiges Learning aus dieser Zeit war, mit Druck umzugehen und diesen nicht auf die Mitarbeitenden zu übertragen

Vorbild sein

Monika Courts ist gut organisiert, durchgeplant und setzt klare Prioritäten. «Ich bin gerne Vorbild», sagt sie. Deshalb habe sie damals als Agenturleiterin auch aktiv mitverkauft oder in der Hochsaison, wenn der Draht heiss lief, das Telefon abgenommen und Mutationen im System eingegeben. Diese Zeiten sind vorbei. Heute leitet sie bei der KPT mit einem 90 Prozent Pensum das Servicecenter mit rund 30 Mitarbeitenden, denen sie gerne Verantwortung und Kompetenzen gleichermassen abgibt, damit sie sich weiterentwickeln können und Spass an der Arbeit haben. «Schon beim ersten Gespräch bei der KPT hat einfach alles gepasst», erwähnt sie. Dass sie ihre Mitarbeitenden mit so viel Freiheit und Flexibilität erfolgreich führen kann, verdankt sie dem Spirit und dem fortschrittlichen Arbeitsmodell bei der KPT, das sie sehr schätzt. 
Monika Courts ist nicht nur beruflich, sondern auch privat sehr engagiert und steht aktiv für mehr Diversität in allen Bereichen ein: Geschlecht, Arbeitsformen, Familie und Soziales. Für ihre «noch» kleine Familie haben sie und ihr Mann ein Modell gewählt, das zu ihnen und ihrer Lebenseinstellung passt. Als Mutter ist sie die Hauptverdienend und der Vater mit einem kleineren Arbeitspensum freut sich über die Zeit, die er mit dem gemeinsamen Sohn verbringen kann. Leider stosse das bei vielen Leuten auf Ungläubigkeit und Kopfschütteln, was sie sehr schade findet. «Ich wünsche mir mehr Offenheit und weniger Vorurteile», sagt sie abschliessend und ist überzeugt, dass wir diesbezüglich alle noch viel lernen können.