In einer Branchenmitteilung, die Bloomberg vorliegt, hat die Behörde Unternehmen und lokale Behörden angewiesen, unzulässige Marketing- und Preisgestaltungspraktiken einzudämmen und den Schutz der Privatsphäre der Nutzer zu verbessern. Wer die Probleme nicht freiwillig angehe, müsse mit “strengen Strafen” rechnen, hiess es.

“In den letzten Jahren hat sich die Online-Versicherung auf eine Überholspur begeben. Gleichzeitig haben sich die Verstösse gehäuft”, war in der Mitteilung zu lesen, in der einige Internetplattformen genannt werden, die illegal im Versicherungsgeschäft tätig seien, Risiken falsch bewerteten oder Kundendaten illegal nutzten. Die Aufsicht forderte “sofortige Korrekturen und Regulierung.”

China nimmt seinen Fintech-Sektor derzeit an die kurze Leine. Die Aufsicht wurde nicht nur gegenüber einigen der grössten Technologieunternehmen des Landes gestrafft, auch andere Firmen aus den Bereichen Bildung, Personen-Beförderung und Videodienste wurden in die Schranken gewiesen.

Der jüngste Schritt dürfte das Wachstum einer Branche bremsen, von der binnen eines Jahrzehnts ein Wachstum auf 2,5 Billionen Yuan (330 Milliarden Euro) erwartet worden ist. Die chinesische Banken- und Versicherungsaufsichtsbehörde reagierte nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.

Nach Schätzungen des Online-Beratungsunternehmens iResearch haben Investoren und Unternehmen schätzungsweise 45 Milliarden Yuan in die Versicherungstechnologie gesteckt.

Bis Ende 2020 hatten mehr als 140 Versicherungsunternehmen in China Online-Versicherungsgeschäfte gestartet. Das Prämienvolumen im Segment lag für das Jahr bei 298 Milliarden Yuan und hatte damit am Branchen-Gesamtwert einen Anteil von 6%, wie ein Beamter der Banken- und Versicherungsaufsicht im Mai bei einer Rede sagte. (bloomberg/hzi/kbo)