Das riesige Containerschiff «Ever Given» hat am Mittwoch nach 106 Tagen Zwangspause seine Fahrt aus dem Suez-Kanal fortgesetzt. Das Frachtschiff war am 23. März bei starkem Wind auf Grund gelaufen, hatte sich schräg gestellt und so den Kanal sechs Tage lang blockiert. Hunderte Schiffe konnten die Wasserstrasse nicht passieren, was den weltweiten Handel erheblich störte.

Es folgte ein Rechtsstreit zwischen dem japanischen Schiffseigner Shoei Kisen und der ägyptische Suez-Kanal-Gesellschaft, während dessen die «Ever Given» festgehalten wurde. Am Wochenende einigten sich beide Seiten endgültig auf eine Entschädigung. Die «Ever Given», eines der grössten Containerschiffe der Welt, wurde wieder freigegeben. Eine Summe wurde nicht genannt, darüber wurde einem Anwalt der Kanal-Gesellschaft zufolge Stillschweigen vereinbart.

Von 916 Millionen auf 550 Millionen Dollar

Sechs Tage nach der Havarie war das Schiff am 29. März wieder freigelegt worden. Seither lag es auf Basis eines ägyptischen Gerichtsurteiles in einem See zwischen zwei Kanal-Abschnitten vor Anker. Der 400 Meter lange Frachter ist mit rund 18'300 Containern beladen.

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Die Suez-Kanal-Behörde forderte anfangs 916 Millionen Dollar für Bergung, Reparatur und Einnahmeausfälle, ging dann aber auf 550 Millionen Dollar herunter. Der Eigner und sein Versicherer hatten bereits im Juni mitgeteilt, man habe sich im Grundsatz mit der Kanal-Gesellschaft geeinigt.

15 Prozent des Welthandels

Der Suez-Kanal ist eine der wichtigsten Wasserstrassen der Welt, durch ihn gehen rund 15 Prozent des Welthandels. Er verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und erspart der Schifffahrt zwischen Nordatlantik und Indischem Ozean den Weg um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas.