In Leipzig trifft sich an der Versicherungsmesse Schadenmanagement & Assistance jedes Jahr das Who’s Who der Schadensszene. Die grössten Versicherungen des DACH-Raums treffen Dienstleister und Startups. Highlight dieser jährlichen Messe ist die Wahl des innovativsten und erfolgsversprechensten Insurtech-Startups der DACH-Region. Mit Legal-i wurde dieses Jahr eine Firma aus Bern mit dem sogenannten Claim Rockstar Award gekürt. Es ist das erste Mal, dass diese Auszeichnung in die Schweiz geht.

Legal-i hilft Personenschadenexpertinnen bei Versicherungen und Anwaltskanzleien nach eigenen Angaben, Fälle 40 Prozent effizienter zu bearbeiten als zuvor.

Dokumente werden automatisch durchsucht

Die Ausgangslage: Die heutige Arbeitsweise bei Personenschäden sei eher rudimentär, so Legal-i. PDFs würden von teuren Fachexperten durchgescrollt. Relevante Informationen in Aktennotizen und Excel-Listen abgeschrieben. Und oft seien diese PDFs nicht oder schlecht durchsuchbar. Bei Personenschadenfällen, welche nicht selten über tausend Seiten und hunderte Dokumente enthalten, münde dies oft in tagelangem Aktenstudium. Zudem sei die medizinische Sprache für Nichtmediziner oft nicht oder sehr schwer verständlich.

Mit Legal-i sehe diese Welt völlig anders aus, schreibt CEO und Mitgründer Achim Kohli. Legal-i ordne die hunderten oder tausenden Seiten Akten bei Personenschadenfällen automatisch, finde relevantes medizinisches Wissen und zeige dieses dem User mit einem Klick an. Diese relevanten Fakten transformiere Legal-i dann in eine sogenannte Fall-DNA und finde ähnliche Fälle mit ähnlicher Fall-DNA im Archiv. Dies erlaube Legal-i den Fall-Ausgang zu prognostizieren.

Die positiven Konsequenzen liegen für Kohli auf der Hand: Das Bilden von Reserven werde zur passgenauen Wissenschaft und interne Ressourcen könnten effizienter eingesetzt werden, in dem neue Fälle dem kompetentesten Mitarbeiter zugewiesen werden.

Grosse Schweizer Versicherungen an Bord

Erster Kunde von Legal-i war die auf Personenschäden spezialisierte Anwaltskanzlei schadenanwaelte.ch. Mittlerweile seien grosse Schweizer Versicherungen an Bord und es konnten auch schon erste deutsche Kunden gewonnen werden, so Kohli weiter.

Das Preismodell von Legal-i sei so ausgestaltet, dass sich die Benützung der Software für grosse und kleine Mengengerüste lohne. In einem ersten Schritt könne die Software während sechs bis zwölf Wochen ausprobiert werden, ohne jeglichen internen IT-Aufwand zu verursachen. Bisher habe sich jede Versicherung nach dieser Probezeit für die Beschaffung der Software entschieden.

Ein Anwalt und ein Computer-Ingenieur

Den Ursprung habe das Startup in seiner Anwaltstätigkeit, so Kohli. Er habe den Beruf geliebt, verbrachte aber die Mehrheit seiner Zeit mit dem Ordnen und Verstehen von Dokumenten und dem Suchen von Informationen. Gleichzeitig habe er es frustrierend gefunden, dass er von Fällen im Archiv nicht profitieren konnte. Er habe deshalb mit dem Computer-Ingenieur Markus Baumgartner Legal-i gegründet.

(Achim Kohli | pm/hzi)