Wie sicher sind E-Bikes und was kann im Falle eines Unfalls passieren? Der Versicherer Baloise hat dies gemeinsam mit Partnern getestet. In einer Mitteilung an die Medien werden zwei Szenarien vorgestellt:

Szenario 1

In einem ersten Crashtest wird ein Verkehrsunfall zwischen einem Auto und einem E-Bike an einer Verzweigung nachgestellt. Das Auto und das E-Bike fahren in einem spitzen Winkel aufeinander zu. Der Autofahrer sieht den Velofahrer nicht oder nur sehr eingeschränkt. Im Nachgang analysiert Rolf Thommen, Leiter Verkehrspolizei Basel-Stadt, die Unfallstelle: «In so einem Fall ist es schwierig für den Autofahrer sich korrekt zu verhalten, da er aufgrund der eingeschränkten Visibilität den Velofahrer zu spät sieht und vermutlich dessen Schnelligkeit falsch einschätzt.»

Wie schwierig die Schätzung der Geschwindigkeit ist, mit der jeweils ein E-Bike unterwegs ist, zeigen die darauf durchgeführten Praxistests. «Auf den ersten, schnellen Blick erkennt man oft nicht, dass es sich um ein E-Bike handelt. Wir schätzen aus unserem Erfahrungsfundus entsprechend eine Geschwindigkeit eines traditionellen Velos ein und sind dann überrascht, wie blitzschnell das Velo uns erreicht», so Marius Bloch von der Dynamic Test Center AG.

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Szenario 2

In einem zweiten Crashtest wird die Problematik des toten Winkels aufgezeigt: Im simulierten Abbiegeunfall fährt der E-Bike-Fahrer mit 25 Kilometern pro Stunde rechts am LKW vorbei und befindet sich im toten Winkel. Der LKW-Fahrer biegt in diesem Moment rechts ab und erfasst den Velofahrer. «In einem solchem Szenario würde der Velofahrer den Unfall vermutlich nicht überleben – und falls doch, nur mit schweren Verletzungen», kommentiert Markus Muser von der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik die Unfallstelle.

«In dieser Problematik ist die Sensibilisierung der Velofahrer, wie auch der Fussgänger zentral. Die moderne Technik bietet mittlerweile Assistenzsysteme an, welche den toten Winkel besser sichtbar machen, leider sind jedoch längst nicht alle Lastwagen damit ausgerüstet. Als Velofahrer oder Fussgänger gilt also: Lieber davon ausgehen, dass der Fahrer einen nicht sehen kann und einmal mehr vorsichtig sein», so Daniel Junker von der Baloise.

(pm/hzi/gku)