Das passende Versicherungspaket zu finden, ist komplex. Allein im Bereich der Krankengrundversicherung können Schweizerinnen und Schweizer zwischen rund 60 verschiedenen Versicherungsanbietern wählen. Ähnlich sieht es bei den Nichtlebens- oder den Lebensversicherungen aus. Die Studie Swiss Insurance Monitor 2022 zum Konsumentenverhalten im Schweizer Versicherungsmarkt zeigt, dass in der Schweiz trotz der Komplexität ein ausgeprägtes Interesse an Versicherungsthemen und ein gesteigerter Bedarf an Versicherungslösungen herrscht. 

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Die quantitativ repräsentative Online-Befragung (> 1000 Personen) des Instituts für Marketing und Analytics der Universität Luzern zeigt, dass Versicherungskunden im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt mehr Versicherungen pro Kopf abgeschlossen haben. Dabei fällt auf, dass Kundinnen und Kunden im Vergleich zu 2021 häufiger dasselbe Versicherungsunternehmen gewählt haben. 

Autorin: 
Saskia Schneider, Business Development Manager, smile.direct versicherungen für den Verband Digitalversicherung Schweiz

Digitaler Vertragsabschluss auf Vormarsch

Knapp die Hälfte der Befragten hat ihren Versicherungsvertrag online vereinbart. Bei den unter 44-Jährigen waren es sogar 54 Prozent. Beliebt sind vor allem die Webseiten der Versicherungsunternehmen, aber auch der Kundenservice via Telefon und E-Mail, Webseiten unabhängiger Online-Vergleichsportale oder Apps. Beim Blick in die Zukunft sind sich die Befragten der Studie ebenfalls einig: Rund zwei Drittel gab an, dass sie positiv gegenüber dem Vertragsabschluss per E-Mail oder direkt auf der Seite eines Online-Vergleichsportals eingestellt sind. Mehr als die Hälfte aller Befragten kann sich zudem vorstellen, Versicherungsdokumente künftig ausschliesslich digital zu unterschreiben.

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Quelle: ZVG

Leichte Vorbehalte bei älterer Kundschaft

Der persönliche Austausch mit Versicherungsexpertinnen und -experten wird in der Schweiz immer weniger gefragt. Über die Hälfte der Studienteilnehmenden gab an, keinen persönlichen Ansprechpartner oder keine persönliche Ansprechpartnerin in Form eines Versicherungsvertreters oder einer Versicherungsmaklerin mehr zu besitzen. Erste Ergebnisse des Swiss Insurance Monitor zeigen, dass die Schweizer und Schweizerinnen künftig bei Informationssuche und Offertberechnung noch stärker auf Online-Interaktionen setzen werden. Beim Vertragsabschluss von Sach- oder Krankenversicherungen zeichnete sich insgesamt keine klare Präferenz für den Online- oder Offline-Kanal ab. Beim Abschluss von Lebensversicherungen hingegen bevorzugten Versicherungsnehmende im Alter von über 44 Jahren aktuell noch den Offline-Kanal.

Wechselgrund: Preis, Leistung und private Umstände

Nur 28 Prozent der Befragten haben im letzten Jahr ihre Versicherung gewechselt oder einen neuen Vertrag abgeschlossen. Der Wunsch nach einer günstigeren Versicherungsprämie bei gleicher Leistung war mit 46 Prozent Hauptgrund für einen Wechsel. Doch auch das Bedürfnis nach besseren Versicherungsleistungen bei gleicher Prämie (28 Prozent) und der Bedarf an neuen Versicherungsangeboten (27 Prozent) waren Motivationsgründe für Versicherungswechsel und Neuabschlüsse. Ein Viertel nannte ausserdem die Veränderung privater Lebensumstände als einen wichtigen Grund für den Abschluss einer neuen Versicherung. 

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Quelle: ZVG