Zurich Insurance Group (Zurich) erzielte den höchsten Betriebsgewinn für das erste Halbjahr seit 2008 und den zweithöchsten in der Geschichte des Unternehmens, wobei alle Regionen und Geschäftsbereiche zum erfolgreichen Ergebnis beigetragen haben. Der Betriebsgewinn für das erste Halbjahr 2022 belief sich auf USD 3,4 Milliarden, was einem Anstieg von 25% im Vergleich zu USD 2,7 Milliarden im Vorjahreszeitraum entspricht. Die durch Naturkatastrophen und Wetterereignisse verursachten Schäden lagen leicht über den Erwartungen.

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Reingewinn der Zurich steigt nur leicht

Die Bruttoprämien in der Schaden- und Unfallversicherung stiegen auf vergleichbarer Basis um 13%, wobei die Gruppe sowohl bei Firmen- als auch bei Privatkunden ein starkes Wachstum erzielte. Das Wachstum wurde weiterhin durch erhebliche Prämiensatzsteigerungen im Firmenkundengeschäft in allen Regionen unterstützt. Dieser Trend dürfte sich bis 2023 fortsetzen. 

Die Zahl der Privatkunden stieg mit einem Nettozuwachs von mehr als 850'000 Kunden weiter an, auch dank anhaltend starker Partnerschaften.

Die Auswirkungen von COVID-19 auf den Betriebsgewinn nehmen weiter ab. Die COVID-19-bezogenen Verluste im Lebensversicherungsgeschäft sanken von USD 137 Millionen auf USD 26 Millionen und bei Farmers Life von USD 42 Millionen auf USD 32 Millionen, hauptsächlich im ersten Quartal. Die positiven Auswirkungen der geringeren Schadenhäufigkeit im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft waren hingegen unwesentlich, verglichen mit USD 109 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn nach Steuern belief sich auf USD 2,2 Milliarden, was einem Anstieg von 1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Verbesserung des Betriebsgewinns wurde durch tiefere Neubewertungen von Finanzinstrumenten weitgehend ausgeglichen.

Die Stärke des US-Dollars gegenüber anderen Währungen wirkte sich sowohl auf den ausgewiesenen Betriebsgewinn als auch auf den Reingewinn negativ aus.

Die Gruppe konzentriert sich weiterhin darauf, ihre Kapitalallokation zu optimieren. In der ersten Jahreshälfte gab Zurich bekannt, Vereinbarungen getroffen zu haben, um die Altbestände von traditionellen Lebensversicherungen in Italien und Deutschland4 zu verkaufen.

Zurich will eigene Aktien zurückkaufen

Zurich plant einen Aktienrückkauf in Höhe von CHF 1,8 Milliarden, um die erwartete Gewinnverwässerung durch den vereinbarten Verkauf des Altbestands an Lebensversicherungen in Deutschland auszugleichen. Der Rückkauf wird voraussichtlich in den kommenden Monaten starten, vorbehaltlich der Marktbedingungen und der aufsichtsrechtlichen Genehmigungen. Das primäre Ziel des Verkaufs des Altbestands deutscher Lebensversicherungen besteht darin, die Kapitalvolatilität zu reduzieren. Da das Portfolio jedoch bis heute zuverlässig Erträge generiert, ist es nicht möglich, Kapital sofort umzuschichten, um diesen Effekt auszugleichen. Der Rückkauf steht im Einklang mit der Position der Gruppe, Massnahmen, die zu einem Verwässerungseffekt für die Aktionäre führen, zu vermeiden oder auszugleichen.

Zurich steigert seine nachhaltige Ambitionen

Die Gruppe hat weitere konkrete Schritte unternommen, um ihrer Ambition, eines der weltweit verantwortungsbewusstesten und wirkungsvollsten Unternehmen zu werden, näher zu kommen. Die Gesamtemissionen sind gegenüber dem Basisjahr 2019 um 73%7 gesunken. Die Pandemie hat die Emissionen vorübergehend zwar gebremst, die Gruppe ist dennoch weiterhin zuversichtlich, dass sie auf gutem Weg ist, ihre Emissionen dauerhaft zu reduzieren, sprich bis 2025 um 50% und bis 2029 um 70%.

Zurich unterstützt weiterhin die Wiederherstellung eines Teils des atlantischen Regenwaldes in Brasilien, um ein artenreiches und sich selbst erhaltendes Ökosystem auf Flächen zu schaffen, die zuvor für die Viehzucht gerodet wurden. Seit Beginn des «Zurich Forest»-Projekts im Jahr 2020 hat das gemeinnützige Instituto Terra 227'000 Setzlinge einheimischer Baumsorten gepflanzt – bis 2028 sollen es insgesamt 1 Million sein.

Im Mai wurde das MSCI ESG-Rating der Gruppe auf die höchstmögliche Bewertung von AAA (von AA) hochgestuft. Group Chief Executive Officer Mario Greco sagt: «Wir sind auf gutem Weg, alle unsere Ziele für den zweiten Dreijahreszyklus in Folge zu übertreffen. Das ist besonders bemerkenswert, da die letzten drei Jahre beispiellose und unerwartete Herausforderungen mit sich gebracht haben.» (wil)