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Value-Wert
Bell: Fertiggerichte machen die Aktie schmackhaft

Lastwagen der Bell Gruppe, fotografiert am Dienstag, 13. Februar 2018 in Basel. (KEYSTONE/ Georgios Kefalas)
Bell konnte in den letzten Jahren noch deutlich wachsen.Quelle: © KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS

Die Gewinndelle im letzten Jahr hat dem Kurs des Lebensmittelkonzerns zugesetzt. Jetzt steht die Aktie vor dem Ausbruch über wichtige Chart-Hürden.

Von Georg Pröbstl*
am 26.04.2019

Die Underperformance ist nicht zu übersehen. Während der SPI Total Return Index inklusive Dividenden seit Anfang 2018 einen Gewinn von sieben Prozent liefert, liegt die Aktie von Bell 25 Prozent im Minus. Mit dieser Kursentwicklung zählt der Lebensmittelkonzern zu den schwächsten Titeln am breiten Schweizer Aktienmarkt.

Grund für den Kursverfall waren fallende Gewinne im vergangenen Jahr. So lag das Ergebnis von Bell 2018 mit 89,3 Millionen Franken um 16,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Wachstum durch Internationalisierung

Dabei konnte der Spezialist für Fleisch, Fisch, Geflügel oder Fertiggerichte in den letzten Jahren sogar noch deutlich wachsen. Seit 2015 setzt der Konzern aus Basel verstärkt auf die Internationalisierung und Fertiggerichte und kauft zu.

Dadurch stieg nicht nur der Auslandsanteil am Umsatz seit 2014 von 24 auf 39 Prozent und der Anteil der Fertiggerichte an den Konzernerlösen von 13 auf 26 Prozent, sondern auch der Umsatz legte mächtig zu. Seit 2014 verbucht Bell ein Umsatzplus von 60 Prozent. Alleine im vergangenen Jahr gab es einen Anstieg der Erlöse um 15,4 Prozent auf 4,1 Milliarden Franken.

Negative Währungseffekte drücken das Ergebnis

Aber genau das internationale Geschäft und die Zukäufe waren im vergangenen Jahr auf der Ergebnisseite ein Verhängnis. Denn negative Währungseffekte und zu einem geringeren Teil auch Integrationskosten für neue Töchter waren die Ursache für den Gewinnverfall. Bereinigt um die Währungsseite lag das Ergebnis dagegen mit 2,8 Prozent lediglich geringfügig unter dem Vorjahrgewinn.

Aber solche Währungseffekte können auch in die andere Richtung ausschlagen und in Hinblick auf die Integration der neuen Töchter ist diese so gut wie abgeschlossen. Jetzt werden Synergien gehoben und dadurch steigen die Margen.

Die Aktie: Im Vergleich zur Peer-Group günstig bewertet

Obendrein setzt Bell weiterhin auf die internationale Expansion in Europa und den Ausbau der margenstarken Fertiggerichte. Nach dem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr von 20,1 auf 16,9 Franken könnte das Ergebnis schon in diesem Jahr wieder in Richtung 20 Franken klettern.

Mit einem 14er-KGV wäre Bell dann nicht nur im Vergleich zur Peer-Group günstig – andere Firmen der Lebensmittel-Branche kommen oft auf Bewertungslevels mit KGVs um 20 –, sondern es gibt auch noch charttechnische Phantasie. Die psychologische Marke von 300 Franken ist fast erreicht und dort verlaufen obendrein auch noch die für charttechnisch orientierte Anleger wichtigen 100- und 200-Tage-Linien. Klappt der Ausbruch über die «300» könnte das ganz schnell Kurssteigerungen auf 320 Franken und darüber bringen.

Bell Food AG

ISIN: CH0315966322

Gewinn je Aktie 2020e: 23,0 CHF

KGV 2020e: 12,7

Dividende/Rendite 2018e: 5,50 CHF/1,9%

EK je Aktie: 205,12 CHF

EK-Quote: 47,5%

KBV: 1,4

Kurs/Ziel/Stopp: 291,0/389,50/204,30 CHF

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots seit Start im April 2010: +17,0 Prozent p.a. (DAX: +7,5 Prozent p.a.). Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. Die in diesem Beitrag besprochene Aktie ist Bestandteil eines solchen Anlageprodukts.

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