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Datenleck
Bitcoin-Börse gehackt: Fünf Millionen Dollar weg

Bitcoin: Betrüger machen den Handel unsicher.   Bloomberg

Auf den Kursabsturz folgt erneut ein Sicherheitsproblem: Bei der renommierten Bitcoin-Börse Bitstamp sind knapp 19'000 Bitcoins im Wert von fünf Millionen Dollar verschwunden. Hacker waren am Werk.

Von Marc Badertscher
am 06.01.2015

Erneut treten bei einer Bitcoin-Börse massive Sicherheitsprobleme auf. Bei der fünftgrössten Bitcoin-Börse Bitstamp sind 18’886 Bitcoins von Kunden verlorengegangen, was einem Wert von rund fünf Millionen Dollar entspricht. Wahrscheinlich sind Hacker dafür verantwortlich.

Die Börse hat ihren Dienst vorübergehend eingestellt und überarbeitet das Sicherheitsdispositiv. Wie und wann sich Bitstamp vom Angriff erholen wird, ist unklar. Immerhin fehlen nun 12 Prozent der Bitcoins, welche die Kunden bei der Börse deponierten. Bitstamp-Chef Nejc Kodrič stellte in Aussicht, mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten zu wollen. Erst letzten Sommer zügelte die slowenische Bitstamp ihren Hauptsitz nach London.

Möglicherweise Zufallscode geknackt

Noch ist unklar, wie den Hackern der Zugriff auf die Bitcoins gelang. Möglicherweise nutzte die Börse eine ungenügende Methode, um Zufall zu simulieren. Ein sogenannter Zufallsgenerator ist bei der Erstellung von Bitcoin-Konten nötig, um sichere, nicht reproduzierbare Passwörter, die privaten Schlüssel, zu generieren. Ist die Zufalls-Methode ungenügend, so kann ein Computerprogramm unter Umständen ein Muster erkennen und so die privaten Schlüssel ableiten, welche die Kontrolle über die Bitcoin-Konten ermöglichen.

Erst vor drei Wochen gingen beim Bitcoin-Dienstleister Blockchain.info aus diesem Grund Bitcoins von Kunden verloren. Der Schaden hielt sich allerdings in Grenzen, die Kunden wurden entschädigt. Doch Sicherheitslücken sind ein bleibendes Problem der gesamten Bitcoin-Branche. Letzten Februar ging die Börse Mt. Gox bankrott, nachdem sie Bitcoins im Wert von einer halben Milliarde Dollar verlor. Betreiber Mark Karpeles machte damals Hacker dafür verantwortlich. Neusten Ermittlungen der japanischen Behörden zufolge stammten die Akteure allerdings aus dem Innern der Firma.

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