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BIZ warnt vor Totalverlust bei Kryptowährungen

Bitcoin
Bitcoin: Notiert aktuell bei knapp über 6000 Dollar pro Coin.Quelle: Keystone

Die Zentralbank der Notenbanken prangert Kryptowährungen an, Anlegern drohe ein Totalverlust. Doch die deftige Kritik hat Schwachstellen.

Veröffentlicht am 18.06.2018

Die Sprache der Geldpolitiker ist üblicherweise diplomatisch so codiert, dass sie an Dezenz kaum zu übertreffen ist. Ein Halbsatz, ein Adjektiv aus dem Mund eines Notenbankchefs kann die Märkte in Unruhe versetzen. Anders aber hält es die BIZ, die «Bank der Zentralbanken», wenn es um Bitcoin und Ether geht.

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Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich – kurz BIZ – lässt kein gutes Haar an Kryptowährungen. 28 Seiten des am Sonntag veröffentlichten Jahresberichtes der Organisation widmen sich Kryptowährungen. In dem Kapitel prangert die BIZ beim dezentralisierten Digitalgeld unter anderem die begrenzte Zahl der Transaktionen pro Sekunde an. Während Visa oder Mastercard mehrere Tausend pro Sekunde schaffen, bringt es Bitcoin als leistungsstärkste Kryptowährung gerade einmal auf 3,3 pro Sekunde. Damit seien Bitcoin, Ether und Co. nicht skalierbar, um eine Rolle neben etablierten Zahlungssstemen zu spielen.

Darüber hinaus kritisierte die BIZ die hohen Abwicklungskosten. Anders als beim etablierten Geldsystem würden diese bei Kryptowährungen steigen, je mehr Nutzer sie verwendeten. Anfällig seien Bitcoin & Co auch für einen Vertrauensverlust, so die BIZ weiter. Eine Kryptowährung könnte einfach aufhören zu funktionieren, was dann zu einem Totalverlust führe.

Das derzeitige Finanzsystem, indem unabhängige Zentralbanken als Währungsgarant fungieren, lobt die BIZ dagegen als «erprobt und widerstandsfähig», das Vertrauen in das System reiche darum tief. Ein Plädoyer für das bisherige Geldsystem kommt allerdings von den Ökonomen des BIZ auch nicht ganz so überraschend.

Digitalwährungen der Zentralbanken?

Einige Formen der Blockchain-Technologie benennt das BIZ dagegen als potenziell interessant – zum Beispiel Krypto-Technologien, die internationalen Zahlungsverkehr auf anderer Grundlage ermöglichen. Hier sei aber noch offen, ob eine Krypto-Lösung tatsächlich die effizienteste sei.

Einen wichtigen Punkt in der Debatte – ob Zentralbanken eigene Kryptowährungen herausgeben sollten – reisst der Bericht an. Benannt werden die Herausforderungen einer solchen Vorgehensweise. Es wird vermerkt, die Notenbanken beobachteten die Kryptotechnologie «aufmerksam».

Bitcoin als «Bedrohung»

Die BIZ-Experten hatten in früheren Berichten Kryptowährungen bereits als eine «Bedrohung für die Finanzstabilität» bezeichnet. BIZ-Generaldirektor Agustin Carstens sagte Anfang Jahr, Bitcoin sei zu «einer Kombination aus Spekulationsblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe» geworden.

Die BIZ forderte zudem ein strengeres Vorgehen gegen Fonds, die Kredite vergeben (Schattenbanken), und Fintech-Firmen.

(me, mit Material von reuters)