Als der japanische Kaiser Akihito vor zwei Wochen, am 30. April, offiziell abdankte, waren viele Japaner traurig. Wegen seiner Volksnähe und seiner Anteilnahme an den Sorgen und Nöten der Bevölkerung war Akihito äusserst beliebt.

Doch die Übergabe des Chrysanthemen-Throns an seinen Sohn Naruhito ist auch mit grossen Hoffnungen verbunden. Denn die Heisei-Zeit – so wird die Ära unter dem emeritierten Kaiser genannt – war geprägt vom Platzen der Bubble-Economy und der darauffolgenden tiefen Wirtschaftskrise, von Naturkatastrophen und dem Giftanschlag auf die U-Bahn in Tokio.

Den Anschluss verloren

Japanische Elektronikkonzerne wie Sony, Panasonic oder Sharp, die einst weltweit führend waren, verloren den Anschluss an Apple und Co. und viel Wert an der Börse. Der Leitindex Nikkei ist weit von seinem historischen Allzeithoch vom Dezember 1989 entfernt. In der neuen Ära unter der Regierungsdevise Reiwa («schöne Harmonie») soll Japan endlich aus der wirtschaftlichen Stagnation finden.

Einige Voraussetzungen dafür scheinen da zu sein. Premierminister Shinzo Abe versucht mit seiner seit 2012 praktizierten Wachstumspolitik (Abenomics), das Ruder herumzureissen. Zumindest an der Börse zeigen die expansive Geld- und Fiskalpolitik inzwischen Wirkung. Der breite Topix-Index hat seit 2012 fast um 50 Prozent zugelegt. Doch die Staatsverschuldung ist gemessen am Bruttoinlandprodukt immer noch die höchste der Welt.

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Ein grosses Problem der japanischen Wirtschaft wird sich indes in der Reiwa-Zeit noch verschärfen. Denn nicht nur bei der jahrelangen Nullzinspolitik zeigt Japan eine Zukunft, die auch in anderen hoch entwickelten Ländern droht – unter Umständen sogar in der Schweiz. Auch die Überalterung bringt eine immer kleinere erwerbsfähige Bevölkerung unter grossen Druck. Immerhin hat das demografische Problem zu einer leichten Öffnung des Arbeitsmarktes für Ausländer und Frauen geführt.

Ansprechende Dividenden

Unter Anlegern waren japanische Aktien zuletzt wieder weniger beliebt. «Stattdessen wurde in Hochwachstumsländer wie China und Indien investiert», erklärt Jesper Koll, Portfoliomanager von Wisdom Tree. Das Urteil, Japan sei ein überaltertes Industrieland, sitzt tief. «Doch Japan hat eine Binnendynamik entwickelt, die für Anleger viele sicherere Chancen bietet», so Koll.

Zudem gebe es anders als bei den asiatischen Schwellenländern bei japanischen Aktien ansprechende Dividenden und Aktienrückkaufprogramme, da das Management der Unternehmen vermehrt auf seine Kapitalrendite achte. Koll setzt bei der Aktienauswahl derzeit auf die Sektoren Technik, Robotics, Sport, Unterhaltung, Finanzen und auf Kosmetik (siehe Aktienauswahl unten).

Kawada

Kawada-Aktie

Quelle: Teletrader.com Publisher

Kawada setzt auf Roboter

Das Unternehmen ist in den Bereichen Stahlkonstruktionen, Tiefbau und humanoide Robotics aktiv. Kawada entwickelt humanoide Roboter, die in der Lage sind, mit Menschen in verschiedenen Arbeitsumfeldern zusammenzuarbeiten. Die Titel werden an den Börsen in Tokio und Berlin (Euro) gehandelt.

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Sony

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Sony muss 2019 mehr liefern

Dank der Bereiche Spiele und Musik läuft es bei Sony wieder besser. 2018 verdiente der Konzern 916,3 Milliarden Yen (8,3 Milliarden Franken). Doch 2019 werden sich die Kosten erhöhen und der Gewinn wird zurückgehen. Probleme machen die Spielkonsolen, die von kostenlosen Angeboten konkurrenziert werden.

Shiseido

Shiseido-Aktie

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Shiseido will profitabler werden

Shiseido ist auf Luxuskosmetik spezialisiert. Der Konzern, zu dem Marken wie Bare Minerals, Nars und Laura Mercier gehören, setzte 2018 rund 1,09 Billionen Yen um (9,9 Milliarden Franken). Shiseido investiert viel in Qualität, will aber auch die Kostenstrukturen verbessern und profitabler werden.

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Takeda

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Quelle: Teletrader.com Publisher

Takeda verdaut Übernahme

Takeda ist das grösste Pharmaunternehmen in Japan und das zehntgrösste weltweit. Es wird vom Franzosen Christophe Weber geführt. Anfang 2019 übernahm Takeda für 62 Milliarden Dollar die britische Konkurrentin Shire. Seitdem steht das Unternehmen unter der strengen Beobachtung seiner Aktionäre.

Asics

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Asics durchläuft Restrukturierung

Asics ist eine Sportschuh- und Bekleidungsmarke. Sie wurde unter dem Namen Onitsuka Tiger gegründet, 1977 kam die Fusion mit GTO Sports. Das Unternehmen erwirtschaftete 2018 gut 386 Milliarden Yen Umsatz (3,4 Milliarden Franken), rutschte aber in die roten Zahlen. Die Restrukturierung läuft.

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