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Dynamisches Wachstum

Die realen Exporte von grafischen Erzeugnissen ins Ausland haben mit rund 20 Prozent Zuwachs gegenüber dem Vorjahr stark zugenommen.

Von Thomas Gsp0ner
am 10.10.2007

GRAFISCHE INDUSTRIE. Die reale Bruttowertschöpfung der grafischen Industrie entwickelte sich im 1. Halbjahr 2007 weiter positiv. In Relation zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ergeben die einzelnen Teilindikatoren ein reales Wertschöpfungsplus von 1,2%. Hierbei wurde die Wertschöpfungsentwicklung in deutlich stärkerem Masse durch die binnenwirtschaftliche Nachfrage begünstigt als noch im Jahr 2006. Vor allem hat die Nachfragedynamik seitens der beiden grössten Nachfragerbranchen nach grafischen Erzeugnissen, Werbung und Handel, weiter angezogen. Eine erhöhte Produktion grafischer Erzeugnisse wird auch durch die wieder positive Entwicklung der realen Papierimporte im 2. Quartal 2007 angezeigt.

Ein zusätzlich positiver Effekt ging im 2. Quartal 2007 von den rückläufigen Importen grafischer Erzeugnisse aus. Im Verbund mit der insgesamt höheren Binnennachfrage lässt dies auf eine verminderte Substitution inländischer durch ausländische Produkte schliessen. Damit dürfte im 2. Quartal 2007 ein grösserer Teil der inländischen Nachfrage nach grafischen Erzeugnissen an Schweizer Produzenten gefallen sein als im 2. Quartal 2006.Der positive Effekt der erhöhten Binnennachfrage wurde im 1.Halbjahr 2007 zu einem gewissen Teil durch die rückläufige Nachfrage des Auslands kompensiert. Im 1. und 2. Quartal 2007 lagen die realen Exporte grafischer Erzeugnisse jeweils um rund 5% unterhalb des entsprechenden Vorjahreswertes. Die verminderte ausländische Nachfrage dürfte vor allem auf einen statistischen Basiseffekt zurückzuführen sein. So entwickelten sich die realen Exporte grafischer Erzeugnisse in der entsprechenden Vergleichsperiode des Vorjahres mit einem Zuwachs von rund 20% ausgesprochen dynamisch.

Bedeutung der Nachtarbeit

Nachtarbeit ist in der Schweiz grundsätzlich verboten und Ausnahmen müssen bewilligt werden. Während bei Zeitungsdruckereien der Nachtbetrieb gewissermassen in der Natur des Geschäftes liegt, führten bei den Akzidenzdruckereien in den letzten Jahren vor allem technologische, marktbezogene und betriebswirtschaftliche Entwicklungen zu einer starken Ausweitung der Nachtarbeit.Die grafische Industrie ist immer stärker auf flexible Arbeitsbedingungen angewiesen. Marktsituation und hohe Investitionen erfordern eine optimale Auslastung der Produktionskapazitäten. Nachtarbeit wird zu einer betrieblichen Notwendigkeit und darf deshalb nicht durch behördliche Massnahmen erschwert werden. Im Rahmen der Sozialpartnerschaft ist eine marktkonforme Entschädigung der Nachtarbeit gefragt. Zu hohe Zuschläge gefährden in einem internationalen Konkurrenzkampf die Zukunft von Unternehmen und Arbeitsplätzen. Nachtzuschläge müssen auf die geltenden Lohnstrukturen Rücksicht nehmen und international vergleichbar sein. Die behördlichen Bewilligungsverfahren für Nachtarbeit müssen vereinfacht werden. Nachtarbeit darf nicht durch zunehmend strengere Vorschriften und administrative Auflagen verhindert werden. Dies gilt vor allem auch für die Gestaltung der Schichtpläne, die auf die Interessen der Unternehmen und der Beschäftigten abzustimmen sind.

Kein Dumping

Unternehmen der grafischen Industrie erleiden im öffentlichen Beschaffungswesen Wettbewerbsnachteile, nur weil sie sich an sozialpartnerschaftlich vereinbarte Lohn- und Arbeitsbedingungen halten. Der Branchenverband Viscom begrüsst deshalb die im Rahmen der angelaufenen Gesetzesrevision über das öffentliche Vergabewesen geplante Einführung von verbindlichen Branchenlabels, die einen fairen Wettbewerb ermöglichen. Dem Sozialdumping mit Hilfe öffentlicher Gelder muss Einhalt geboten werden.

Lehrvertragsabschlüsse

Die Anzahl Lehrverhältnisse ist in allen drei Fertigungsbereichen (Polygrafie, Drucktechnologie und Printmedienverarbeitung) im Vergleich zum Vorjahr schweizweit rückläufig. Dies widerspiegelt den anhaltenden Strukturbereinigungsprozess in der grafischen Industrie zum einen und die demografische Entwicklung zum anderen.

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