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Strategie
Lego rentiert mehr als Aktien oder Gold

Knabe mit Lego: Der Wert gewisser Sets ist explosionsartig gestiegen. Keystone

Mit Lego lässt sich viel Geld verdienen: Der Wert mancher der Spielzeug-Sets ist in den letzten Jahren explosionsartig gestiegen. Nur unter einer Bedingung sind die Bauteile allerdings kostbar.

Von Marleen Stollen («Business Insider Deutschland»)
am 12.07.2016

In unsicheren Zeiten fragen sich viele Menschen, wie sie am besten ihr Geld anlegen. Nichts scheint mehr gewiss zu sein. Erspartes wird langsam von der Inflation aufgefressen. Geschäfte mit Aktien können böse enden. Viele Anleger setzen deshalb auf Gold. Und jetzt, nach dem Brexit, wird auch Silber immer beliebter.

Doch bevor ihr jetzt den Besteck-Kasten der Grossmutter plündert, solltet ihr euch mit einer anderen Investitionsmöglichkeit beschäftigen: Lego. Ja, ihr habt richtig gelesen. Schon 2015 fand die britische Tageszeitung «The Telegraph» in einer Analyse Erstaunliches heraus: Lego ist eine bessere Investition als klassische Geldanlagen wie Aktien oder sogar Gold.

Bessere Rendite als an der Börse

Der wichtigste britische Aktienindex FTSE 100 hat eine durchschnittliche jährliche Rendite von 4,1 Prozent einschliesslich Dividendenausschüttungen. Wer in Gold investiert, konnte in den letzten Jahren mit einem durchschnittlichen Jahresgewinn von 9,6 Prozent rechnen. Darüber können Sammler der bunten Plastikbausteine nur milde lächeln.

Lego-Sets im Originalzustand sind nämlich seit der Jahrtausendwende jedes Jahr um 12 Prozent im Wert gestiegen. Die Preise für spezielle Sets steigen immens, sobald sie nicht mehr produziert werden. Moderne Bausätze, die erst im vergangenen Jahr auf den Markt gekommen sind, werden bei Ebay schon heute für durchschnittlich 36 Prozent über ihrem Originalpreis verkauft.

Star-Wars-Set ist ein Renner

Einige Sets, deren Ladenpreis bei Einführung unter 100 Britischen Pfund (127 Franken) lag, sind heute Tausende Euro wert. Die wertvollsten basieren auf Filmen wie Star Wars, weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Taj Mahal oder bekannten Marken wie VW-Käfer.

Der Ultimate Collector's Millennium Falcon ist das Teuerste aller Sammlerobjekte. Er ist von einem Ladenpreis von 342 Britischen Pfund (435 Franken) 2007 bis heute auf 2712 Pfund (3453 Franken) gestiegen. Der Todesstern II und der Sternenzerstörer, die 2005 und 2002 erschienen, bringen dem Verkäufer heute ebenfalls über 1000 Britische Pfund (1273 Franken).

Auch normale Objekte sind beliebt

Doch Daten der Lego-Investmentseite BrickPicker.com zeigen, dass auch alltägliche Szenen wie Polizeistationen oder Städte enorm wertvoll werden können.

Den prozentual höchsten Anstieg hatte das Modell eines Hotels mit 2056 Teilen, das 2007 für 89,99 Britische Pfund (115 Franken) angeboten wurde und seit es vom Markt genommen wurde, auf 2096 Britische Pfund (2669 Franken) gestiegen ist — eine Rendite von unglaublichen 2230 Prozent.

Nur im Originalzustand wertvoll

Ed Maciorowski, Gründer der BrickPicker-Website betont, dass die Sets in ihren Boxen belassen werden müssen, um Toppreise zu erzielen. Aber auch gebrauchte Bausätze können unter Umständen einige Hundert Franken einbringen.

Er ist sicher, dass die Preise so hoch bleiben werden: «So etwas wie eine Lego-Blase wird es nie geben, unter anderem, weil die Firma Lego absolut kein Interesse am Sekundärmarkt zeigt.» Probleme können nur entstehen, wenn Lego die Produktion eines Sets plötzlich wieder aufnimmt. Aber selbst das hat nur einen vorübergehenden Effekt.

Die Rente ist nicht gesichert

Natürlich sollte den Lego-Investoren klar sein, dass solche Sammlerstücke auch aus der Mode kommen können. Als Plan für die Altersvorsorge sollte man sich doch lieber auf klassische Anlagen verlassen.

Dieser Artikel erschien zuerst im «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «Mit Lego könnt ihr bis zu 2.000 Prozent Rendite machen».

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