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Lithium Aktien stehen unter Druck

Lithium
Kürzlich ist die Lithium-Aktie gesunken, jedoch sehen die Perspektiven für den Sektor gut aus. Quelle: Getty Images

In den letzten Wochen standen Lithium-Aktien unter Druck, denn der grösste Produzent der Welt will künftig mehr des Rohstoffs fördern. Doch langfristig bleiben die Perspektiven für den Sektor gut.

Von Georg Pröbstl
am 16.03.2018

Lithium – zwei Jahre lang ging es mit Aktien des Sektors steil nach oben und das Metall war Tagesgespräch nicht nur bei Börsianern. Seit einigen Wochen aber zeigen sich tiefschwarze Bremsspuren. Die Aktien vieler Firmen der Lithium-Industrie bringen seit Jahresstart hohe Kursverluste. Immerhin haben beispielsweise die Aktien der drei grossen Player der Branche, der chilenische Lithium-Produzent Sociedad Quimica y Minera de Chile – kurz SQM -, die amerikanische Albermale Corporation oder die australische Orocobre in den letzten acht Wochen jeweils rund 30 Prozent an Wert verloren. 

Und auch die Kurse von kleineren Lithium-Titeln wie der Explorer Rock Tech Lithium, Tantalex Ressources oder Avonlea Minerals konnte sich diesem Abwärtssog nicht entziehen und gingen in etwa im gleichen Tempo in den Keller. Dabei hatten sich die Kurse von Albemarle oder SQM in den zwei Jahren davor verdoppelt und verdreifacht und Avonlea brachte alleine seit Sommer 2017 ein Plus von 500 Prozent.

Die Produktion in Chile soll stark steigen…

Anleger fragen sich: War es das? Ist der Lithium-Hype vorbei? Grund für den Kursrutsch der Titel ist eine Vereinbarung von SQM mit der chilenischen Regierung über eine Ausweitung der Lithium-Produktion bis 2025. Die Rohstoffexperten von Morgan Stanley rechnen nun mit einem Anstieg der Lithium-Versorgung aus Argentinien, Australien und Chile bis 2025 um 500'000 Tonnen jährlich – also in etwa eine Verdreifachung. Denn zur Zeit liegt die Förderung in diesen Ländern pro Jahr bei etwa 215'000 Tonnen. Infolge des enormen Produktionsanstiegs erwarten die Analysten des Finanzhauses, dann auch, dass das Angebot die Nachfrage deutlich übersteigen und sich der Lithiumpreis in den nächsten drei Jahren bis 2021 von derzeit etwa 13'000 Dollar auf rund 7300 Dollar je Tonne halbieren könnte. Bisher allerdings hat der Lithium-Preis unter den von SQM angekündigten Produktionssteigerungen kaum gelitten. Das Metall hat seit Jahresstart nur rund zehn Prozent an Wert verloren und seit einigen Tagen zeigt die Notierung sogar wieder nach oben und ist immer noch doppelt so hoch wie vor zwei Jahren.

Andere Schätzungen erwarten allerdings ein anderes Szenario und gehen von einem deutlichen Nachfrageüberhang in einigen Jahren aus. So rechnet das vor allem auf Metalle spezialisierte Researchhaus Roskill damit, dass sich die weltweite Nachfrage nach Lithium von geschätzt 216'500 Tonnen im vergangenen Jahr bis 2026 um rund 750'000 Tonnen auf dann etwa 1,0 Millionen Tonnen jährlich erhöhen könnte. Das weltweite Angebot soll dann aber nur bei etwa 800'000 Tonnen jährlich liegen. 

Von der hohen Nachfrage dürften auch Explorer profitieren

Getrieben wird der Lithium-Hunger insbesondere von E-Mobilität und Smartphones. Obendrein wird auch ein Anstieg der Lithium-Nachfrage infolge technologischen Fortschritts bei den Batterien erwartet. Experten rechnen nämlich mit einer deutlichen Steigerung der Kapazität der Batterien und deswegen sagen sie die Verdopplung des Lithium-Einsatzes je Akku voraus. 

Von der hohen Nachfrage dürften auch Explorer profitieren. So hält beispielsweise Roskill Research Milliarden-Investitionen in die Lithium-Produktion für nötig um die erwarteten Angebotssteigerungen überhaupt erreichen zu können. Die drei genannten Explorer Rock Tech Lithium (ISIN: CA77273P2017), Avonlea Minerals (ISIN: AU000000AVZ6) und Tantalex (ISIN: CA87588V1085) könnten da noch eine grosse Zukunft haben. Der letztgenannte Lithium-Explorer steht dabei noch vergleichsweise am Anfang. Erst Mitte Februar wurde vom kanadischen Unternehmen über die Ergebnisse einer Probebohrung in einem Lithium-Vorkommen im Kongo berichtet. In den nächsten Wochen sind weitere Einzelheiten zu erwarten. 

Anleger setzen auf die breite Streuung in viele Einzelwerte

Aber egal, ob einzelne Lithium-Werte, ob Unternehmen, die bereits produzieren oder solche, die noch auf der Suche nach Vorkommen nach dem Metall sind: Wie die Angebots- und Nachfrageprognosen für die kommenden Jahre zeigen – der Lithium-Sektor verspricht hohes Wachstum. Mit einem Zertifikat (ISIN: US37954Y8553) auf das Segment können Anleger breit gestreut in verschiedene Firmen investieren, die entweder in der Rohstoffindustrie, dem Lithium-Bergbau, tätig sind, oder in Bereichen wie E-Mobilität, Smartphones oder Batterieherstellung. Das ETF enthält 28 Titel aus den Sektoren Lithium-Bergbau, Elektronik, und E-Autos. Angesichts der breiten Streuung über die gesamte Wertschöpfungskette spielt es da letztendlich dann auch keine grosse Rolle, wie teuer Lithium in fünf Jahren ist. 

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent (DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent)

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