Der iranische Ölminister Bijan Namdar Zanganeh hat die Mitglieder des Rohölkartells Opec zu einer Kürzung der Förderung aufgerufen. Auf diese Weise solle ein Ölpreis zwischen 70 und 80 Dollar je Barrel erreicht werden, sagte Zanganeh am Montag vor Journalisten in Teheran.

Niemand sei zufrieden mit dem Ölpreis auf aktuellem Niveau, sagte der Minister. «Daher sollte sich die Opec zu einem Markteingriff durch eine niedrigere Produktion durchringen». Er signalisierte allerdings zugleich, dass er auch auf dem kommenden Ministertreffen des Gremiums am 4. Dezember in Wien nicht mit einer entsprechenden Entscheidung rechnet.

Marktanteile verteidigen

Seit 16 Monaten in Folge liegt die Produktion der OPEC oberhalb des offiziellen Ziels von 30 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Das Kartell will so eigene Marktanteile angesichts der hartnäckigen Überversorgung des Weltmarktes verteidigen.

Rohöl der in Europa gängigen Sorte Brent, die als globale Benchmark gilt, hat in den letzten zwölf Monaten mehr als 40 Prozent im Preis nachgegeben und wurde zuletzt in London bei 50,20 Dollar je Barrel gehandelt.

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500'000 Barrel pro Tag

Dem Iran ist ein um 500’000 Barrel höherer Ölexport pro Tag innerhalb einer Woche nach dem Ende der internationalen Sanktionen erlaubt, stellte Direktor Roknoddin Javadi von der staatlichen Ölgesellschaft National Iranian Oil Co. zu gleicher Gelegenheit in Teheran fest. Innerhalb von sechs Monaten sei dem Iran eine Exporterhöhung auf eine Million Barrel täglich erlaubt. Ziel sei die Wiederherstellung der iranischen Marktanteile auf dem Niveau vor den internationalen Wirtschaftssanktionen. Sie waren wegen des iranischen Atomprogramms verhängt worden.

Laut Javadi peilt der Iran bis März 2021 eine Rohölproduktion von 4,7 Millionen Barrel täglich an. Bloomberg-Daten für September deuten auf eine iranische Produktion von derzeit 2,8 Millionen Barrel täglich.

(bloomberg/ise/me)