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Roche, Novartis, Swiss Re: Wo es die zuverlässigsten Dividenden gibt

Exterior view of the building Swiss Re Next, the main building of reinsurance company Swiss Re in Zurich, Switzerland, pictured on May 29, 2018. Swiss Re Next by architectural firm Diener and Diener was completed in 2017 and the reinsurance company is planning more new buildings as well as renovations of its existing buildings for its corporate headquarters "Campus Mythenquai", thus centralizing its offices for all of Switzerland’s Swiss Re employees. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Das Hauptgebäude von Swiss Re in Zürich.Quelle: © KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER

Die Zeiten sind unsicher, die Volatilität an den Börsen hoch. Aktien mit hoher und nachhaltiger Dividendenzahlung sind aber wie ein Fels in der Brandung. Wo Anleger zugreifen.

Von Georg Pröbstl
am 09.03.2019

LafargeHolcim legt 1 Prozent drauf, Roche 4,8 Prozent, Zurich Insurance zahlt 5,5 Prozent mehr und bei Swiss Re gibt es ein Plus von 12 Prozent: Die Dividendensaison steht erst am Anfang, aber ganz viele Firmen heben ihre Zahlung an. Nachdem alleine die Titel im SMI im vergangenen Jahr für 2017 rund 38 Milliarden Franken an ihre Aktionäre überwiesen haben, ist für 2018 mit einem Anstieg der Dividendensumme um etwa fünf Prozent zu rechnen. Die Dividendenrendite im Index liegt damit bei geschätzt knapp 3,5 Prozent.

38 Milliarden Franken ist natürlich verdammt viel Geld. Denn das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz beträgt 680 Milliarden Franken jährlich und 38 Milliarden entsprechen rund 5,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung! 57 Prozent der Ausschüttungssumme entfallen dabei auf die drei SMI-Schwergewichte Roche, Novartis, Nestlé. Schweiz allerdings steht mit dieser Ausschüttungsfreudigkeit nicht alleine da. Weltweit lag die Dividendensumme für 2017 nach Angaben der britischen Investmentgesellschaft Janus Henderson bei 293,3 Milliarden Dollar. Wobei das fast schon etwas konservativ niedrig scheint.

Dividendenaktien – die Volatilität und damit das Risiko ist relativ gering

Auf jeden Fall scheinen Titel wie Roche – dort gibt es nun die 32. Dividendenerhöhung in Folge – eine ziemlich sichere Bank für Anleger. Denn Unternehmen, die ihre Dividenden nicht nur nachhaltig und zuverlässig zahlen, sondern auch noch nachhaltig am besten Jahr für Jahr erhöhen können, sind offensichtlich gut im Geschäft. Sie müssen ihre Gewinne nicht für schlechte Zeiten bunkern oder überwiegend noch in die Entwicklung ihrer Produktpallette oder Erschliessung ihrer Absatzmärkte stecken, sondern verfügen bereits über ein seit langem bewährtes Geschäftsmodell und können so den Gewinn zum grossen Teil an die Aktionäre zahlen. Und das ist nichts weiter als ein Zeichen von Stärke.

Konstant hohe oder am besten sogar noch steigende Dividenden sind für Anleger damit ein gutes Signal und das senkt das Risiko von negativen Überraschungen. Tatsächlich spiegelt sich das geringere Risiko sogar in der Volatilität von Dividendenaktien wider. So bringen es beispielsweise alle 30 Titel im DAX in Deutschland auf eine Volatilität als Mass der Schwankungshöhe des Index von 14,6 Prozent. Der DivDAX dagegen, in dem die 15 Werte aus dem DAX mit der höchsten Dividendenrendite enthalten sind, hat nur eine Volatilität von 11,7 Prozent.

Nachhaltige Zahlungen sind gerade jetzt besonders gefragt

Geringeres Risiko und Schutz vor bösen Überraschungen ist im Moment genau das, was Anleger suchen. Denn die Konjunkturprognosen werden derzeit reihenweise zurückgeschraubt. Der Internationale Währungsfonds erwartet für das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr «nur» noch ein Plus von 3,5 Prozent. Zuvor lautete die Prognose 3,7 Prozent. Dann hat EZB-Chef Mario Draghi gestern die Prognose für das Wachstum der Eurozone für dieses Jahr von 1,7 auf 1,1 Prozent zurückgenommen. Und China rechnet für dieses Jahr ebenfalls mit einem rein prozentual betrachtet abgebremsten Wachstum von 6,0 bis 6,5 Prozent. Das ist das geringste Wirtschaftswachstum im Land seit 30 Jahren.

Viele Anleger und Marktbeobachter blicken angesichts solcher Daten im Reich der Mitte erstarrt wie das Kaninchen auf die Schlange. Aber diese Angst ist in Relation zu setzen: Denn 6,0 Prozent von etwa 14 Billionen Dollar Wirtschaftsleistung im Reich der Mitte sind 840 Milliarden Dollar extra Wirtschaftsleistung in diesem Jahr. Vor etwa 30 Jahren war lag das Wachstum zwar oft bei jährlich 10 Prozent, aber bezogen auf die damals relativ bescheidene Wirtschaftskraft des roten Riesen von 312 Milliarden Dollar gab das ein Volumenplus in der Wirtschaft von 30 Milliarden Dollar jährlich. 6,0 Prozent heute sind damit fast 30 Mal so viel Wachstumsvolumen wie vor 30 Jahren.

Dividendentitel präsentieren sich krisenfest

Zurück zu Dividendenwerten. Angesichts der Unsicherheiten über das künftige globale Wirtschaftswachstum zeigen sich Dividendenaktien derzeit krisenfest. So finden sich unter den zehn Top-Performern im SMI in den letzten zwölf Monaten sechs Dividendenklassiker. Neben den bereits genannten fünf Werten steht da noch Swiss Life mit einem Jahreskursplus von 30 Prozent ganz oben auf der Gewinner-Liste.  

Während sich die Aktie von Swiss Re gerade wieder an den starken Widerstand bei 98 Franken herangearbeitet hat und kurz vor dem Sprung über die psychologische Marke bei 100 Franken steht, ist Zurich Insurance nun über die Hürde bei 320 Franken ausgebrochen und notiert knapp unter dem Elfjahreshoch bei 332,90  Franken. Im Vorfeld der Generalversammlung am 3. April mit anschliessender Dividendenzahlung könnte die Barriere fallen.

Elly Lilly und Procter&Gamble – zwei Dividendenklassiker im Höhenflug

Dass dividendenstarke Aktien nicht nur in der Schweiz gut laufen, zeigt ein Blick auf das internationale Dividendenparkett. Zwei Dividendenklassikern sind seit langem ungebrochen im Höhenflug. Zum einen Elly Lilly. Der Kosmetikkonzern zahlt seit 1885 ohne Unterbrechung Dividenden und das seit langem fast immer mit steigender Tendenz. Die Aktie hat nach dem Ausbruch über den zähen Widerstand bei rund 85 Dollar vor einem Jahr inzwischen das 20jahres- und das Allzeithoch aus 1997 bei rund 130 Dollar wieder erreicht. Aber auch 1971 notierte die Aktie bereits in diesen Kurshöhen. Anleger setzen darauf, dass diese Hürde nun endlich überwunden wird.

Auf einem Allzeithoch ist mit Procter & Gamble bereits ein weiterer Dividendenklassiker. Der Konsumgüterkonzern ist seit Jahrzehnten in einem bilderbuchmässigen Aufwärtstrend. Das Dow Jones-Mitglied bietet seinen Anlegern seit 128 Dividenden ohne Aussetzer und die Aktie hat jetzt die psychologische Marke von 100 Dollar und damit auch die obere Begrenzungslinie ihres Aufwärtstrends erreicht. Möglicherweise klappt nun der Sprung über diese wichtige Zone. Procter & Gamble haben aber ohnehin seit ganz langer Zeit bewiesen, dass sie nachhaltig Gewinne schreiben und Dividenden zahlen können und auf mittlere bis lange Sicht dürfte sich da nicht viel ändern. Anleger mit einem Zeithorizont von einigen Jahren steigen ein.

Union Pacific – zuverlässig Dividenden seit 120 Jahren

Ungebremst nach oben geht es auch mit der Aktie von Union Pacific. In den letzten zehn Jahren ist der Kurs auf das Siebenfache angestiegen. Das Transportunternehmen mit Fokus auf Schiene aber auch Lkw zählt ebenfalls zu den Dividendenklassikern. Seit 1899 kommen aus der Firmenzentrale in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska zuverlässig schöne Dividenden. Nach dem Erreichen eines neuen Allzeithochs vor zwei Wochen hat die Aktie jetzt zwar etwas korrigiert und notiert knapp über der für charttechnisch orientierte Anleger wichtigen 38 Tage-Linie. Börsianer setzen nun aber darauf, dass der Wert von der Zone wieder nach oben dreht. Übrigens: Die Volatilität als Mass der Kursschwankungen und damit des Risikos ist auch bei einer Union Pacific relativ gering. Diese liegt bei der Bahngesellschaft nur bei 11 Prozent. Für einen Einzelwert ein sehr beruhigendes Ergebnis.

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