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So geht aktives Risikomanagement

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Aktives Risikomanagement und Anpassungsfähigkeit sind unerlässlich. Quelle: Getty Images

Das Marktumfeld verändert sich und erfordert Anpassungsfähigkeit. Dabei ist es wichtig, weiterhin vorsichtig in Aktien zu investieren.

Von Fiona Frick*
am 07.06.2019

Die Finanzmärkte durchlaufen einen Paradigmenwechsel in Sachen wirtschaftlicher Bedingungen, Zentralbankpolitik und Wahrnehmung der Anleger. Das aktuelle Umfeld erfordert einen deutlich selektiveren Ansatz bei der Risikoallokation als derjenige, der sich in den letzten 10 Jahren etabliert hat. Aktives Risikomanagement und Anpassungsfähigkeit sind daher unerlässlich.

In einer Konjunkturabkühlung sind Anlagen wie Aktien, Private Equity und Kreditanleihen mit Vorsicht zu behandeln. In früheren Abschwungsphasen wirkten Staatsanleihen als starker Diversifikator, aber ihr Hedge-Potenzial ist nun eher eingeschränkt. Anleger müssen vielfältigere Instrumente zur Diversifizierung ihrer Portfolios einsetzen, um ein anderes Engagement in Aktien und eine höhere Allokation in alternativen Anlagen zu ermöglichen.

Da Wendepunkte im Markt lange dauern können, ist es wichtig, weiterhin vorsichtig in Wachstumswerte wie Aktien zu investieren. Eine steigende Volatilität und ein langsameres Gewinnwachstum in den nächsten Jahren dürften das Interesse der Anleger an reinen Markt-Beta-Exposure dämpfen und zu einer grösseren Differenzierung der Renditen führen. Ein aktiver Ansatz wird entscheidend sein, um den Übergang zu bewältigen.

Diversifizierte Porfolios

Investitionen in diversifizierte Portfolios hochwertiger Aktien mit angemessener Bewertung, die besser aufgestellt sein dürften, wenn sich der Zyklus vom Aufschwung in die Rezession bewegt, werden oft bevorzugt. Der dynamische Einsatz von Hedges zur Reduzierung des Aktienrisikos bei steigender Wahrscheinlichkeit von Marktstress bietet sicherlich einen guten Weg, um die Aktienrisikoprämie zu erfassen und gleichzeitig Abwärtsrisiken zu widerstehen und so die positive Rendite-Asymmetrie zu erhöhen.

Für Anleger, die eine kosteneffiziente und transparente Diversifizierung des Portfolios anstreben, bieten liquide alternative Risikoprämienstrategien (ARP) eine attraktive Lösung, die langfristig positive Renditen mit sehr geringer Korrelation zu Aktien und Anleihen erzielt haben. Im Mittelpunkt der Risikoprämien-Anlage ist die Idee, dass die Anleger, anstatt Vermögenswerte zu kaufen, für die Übernahme von Risiken entschädigt werden.

Eine Risikoprämie ist die Belohnung für das Eingehen eines spezifischen Anlagerisikos. Der Vorteil von ARP-Strategien ist, dass sie durch Long-/Short-Positionen einen Grossteil der Marktdirektionalität beseitigen, um ein reineres Engagement in den gewünschten Risikoprämien zu erreichen und damit die Diversifizierung zu verstärken.

Eine selektive Zuteilung zu Private Equity bietet auch viel Potenzial zur Verbesserung der Gesamtportfolio-Performance. In der Vergangenheit hat sich Private Equity in einem spätzyklischen Umfeld gut behauptet und war ein effektiver Schutz gegen steigende Inflation. Sie ist auch eine der wenigen Anlagenklassen, die im nächsten Zyklus hohe einstellige Renditen erzielen sollen.

Defensivere Sektoren bevorzugen

Die Breite des Marktes ermöglicht es Anlegern heute, ihr Engagement sorgfältig zu steuern, um defensiveren Sektoren oder solche, die von langfristigen Trends profitieren, zu bevorzugen. Es wird wichtig sein, in Unternehmen zu investieren, die dank ihrer starken Marktposition, ihres Management und ihrer Finanzen selbst widerstandsfähig sind.

Anleger müssen aufgrund der sich ändernden Marktdynamik bei der Risikoallokation längerfristig denken. Das extreme Wachstum regelbasierter Anlagestrategien führt zu mehr Homogenität im Verhalten der Marktteilnehmer. Das kann zu selbsterfüllenden Prophezeiungen und einem fragileren Umfeld führen, in dem Markttrends länger anhalten, sich aber häufig brutaler umkehren.

In diesem Szenario sollten Anleger bereit sein, höhere Tracking-Fehler und längere Perioden relativer Underperformance zu akzeptieren, um langfristig eine Outperformance zu erzielen. Die Wahl eines langfristig orientierten Ansatzes ist eine der wenigen echten Chancen, die Anleger nutzen können. Es erfordert aber, sich gegen die Menge zu stellen und den zu Mut haben, weit genug vorauszublicken.

* Fiona Frick, CEO der Unigestion Gruppe

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