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So können Anleger gegen Facebook und Amazon wetten

Wall Street
Wall Street: Tech-Aktien bringen die US-Börsen durcheinander. Quelle: Getty Images / Victor Fraile Rodriguez

Amazon, Facebook, Alphabet: Tech-Aktien sind stark unter Druck geraten. Fintech-Anbieter Leonteq offeriert eine Option, gegen deren Kurse zu wetten.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 29.03.2018

Es sind vor allem die Aktien der Tech-Riesen, welche die US-Börsen derzeit durcheinander wirbeln. Bevor es in die Osterpause geht, hagelt es einen Absturz nach dem anderen. Facebook ist seit dem Datenskandal auf der Verliererspur, das hat auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu spüren bekommen. Immerhin bremsten Datenschutzzusagen am Mittwoch den Fall.

Dafür geriet Amazon stark unter Druck, weil US-Präsident Donald Trump den Konzern offenbar mit Steuerhürden belegen möchte. Alleine die Aussicht darauf kostete das Unternehmen von Jeff Bezos zeitweise 53 Milliarden Dollar Börsenwert. Tesla verlor nach dem tödlichen Unfall eines Fahrers zwei Tage in Folge je 8 Prozent.

Was bedeuten die Turbulenzen für Anleger? Fintech-Anbieter Leonteq bietet mit einem neuen Produkt eine etwas kuriose Antwort. Wer in den Kursverlusten keine kurzfristige Hektik, sondern eine langfristige Entwicklung sieht, kann jetzt gegen vier der Tech-Riesen wetten: gegen Google-Mutter Alphabet, Amazon, Facebook und Netflix. Der Deal ist dabei auf den Kopf gestellt. Der Anleger verdient nicht, sollten die Tech-Aktien verlieren. Es winkt eine satte Rendite von 17,4 Prozent, solange keine einzige Aktie der vier Titel innerhalb eines Jahres um mehr als 50 Prozent zulegen. Sobald aber eines der vier Papiere in diesem Tempo zulegt, verlieren Anleger ihr eingesetztes Kapital.

Schlimmste Woche seit acht Jahren für Tech-Aktien

Gerade weil die weltweiten Tech-Aktien in der Vorwoche ihre schlimmste seit acht Jahren erlebt haben, könnte die Wette allerdings eine riskante sein. Derzeit verzeichnen Amazon, Facebook und Co Minuswerte, in Folge hat der Nasdaq seinen steilsten wöchentlichen Rückgang seit 2015 hingelegt, bevor er am Montag wieder um 4 Prozent zulegte. Im Zeitraum zuvor sah das Bild allerdings etwas anders aus. Bevor Amazon am Mittwoch um mehr als 4 Prozent verlor, hatte der Titel Rückenwind. Innerhalb von drei Monaten hat sich das Papier um 26 Prozent gesteigert. Ein Plus von 50 Prozent liegt also also im Rahmen des Möglichen.

Bei Facebook zeigt die Tendenz dagegen abwärts, die Verluste haben hier bereits im Januar begonnen. Der Einbruch nach Bekanntwerden des Datenskandals hat das gesamte Plus des Vorjahres pulverisiert. Auch Alphabet muss seit Anfang Jahr einen Dämpfer verkraften. In den neun Monaten davor legte Alphabet allerdings deutlich zu, um 41 Prozent zu. Und Netflix hat seinen Kurswert zum März 2017 sogar nahezu verdoppelt. Die Wahrscheinlichkeiten stehen derzeit gering, dass keine der Aktien erneut zum Höhenflug ansetzt.

Trendwende bei den Tech-Anlegern?

Das von Leonteq lancierte Angebot zählt zu den sogenannten Reverse Convertibles. Mit einem Volumen von 20 Millionen US-Dollar stellen sie nur einen winzigen Bruchteil der strukturierten Produkte im Schweizer Markt dar. Dieser ist laut SNB 210 Milliarden (199 Millionen Franken) schwer. Aber es signalisiere einen Stimmungswandel bei den Anlegern, sagt Manuel Dürr, Head of Public Solutions bei Leonteq. Der Grossteil der strukturierten Produkte mit Tech-Bezug rund um den Globus setzt auf steigende Kurse oder zumindest auf eine Seitwärtsentwicklung. Das Volumen umfasst mehrere hundert Millionen Dollar. Einige Investoren würden nun nach Alternativen suchen, so Dürr. Sie suchten «auch nach Strukturen, bei denen Sie von seitwärts tendierenden oder sinkenden Märkten profitieren würden».

Ein weiterer Anbieter nimmt dabei Tesla in den Blick. HPC Investment Partners, mit Sitz in London, hat laut «Bloomberg» kürzlich eine Tech-Wette auf das Tesla-Papier verkauft. Auch hier ist das Prinzip: Solange der Titel innerhalb eines Jahres nicht mehr als definiertes Niveau erreicht, erhält der Anleger das Kapital plus Rendite ausbezahlt.

(Mit Material von Bloomberg)

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