2015 steht dem Markt für strukturierte Produkte ein Jubiläum ins Haus. Dann jährt sich die Einführung des ersten Tracker-Zertifikats zum 25. Mal. 1990 legte die Dresdner Bank ein Produkt auf, welches den Verlauf des DAX eins zu eins abbildete. Gerade für Privatanleger brachte dieser Schritt völlig neue Möglichkeiten. Sie konnten sich kostengünstig und effizient die unterschiedlichsten Indizes ins Portfolio legen. Bekanntlich hat die Zertifikateindustrie dieses Alleinstellungsmerkmal längst verloren. Mit dem kometenhaften Aufstieg von Exchange Traded Funds (ETFs) entwickelte sich das passive Investieren zu einem hart umkämpften Geschäft.

Gleichwohl spielt das Partizipationssegment im Struki-Markt weiter eine zentrale Rolle. Zumal die Banken hier längst mehr bieten als nur die Abbildung eines Index. Viele Tracker-Zertifikate basieren auf themen- oder branchenspezifischen Wertpapierbaskets. Ausserdem umfasst diese Produktkategorie Investments mit Teilschutz.

ETT – das Indexzertifikat ohne Verwaltungsgebühr

Die Swiss Derivative Map ordnet ihr beispielsweise Bonus- und Outperformance-Zertifikate zu. Bestimmend bleibt jedoch der Klassiker. An der Schweizer Börse sind mehr als 1800 Tracker-Zertifikate kotiert. Für Anleger auf der Suche nach dem geeigneten Produkt gilt es, unterschiedliche Auswahlkriterien zu beachten. Von zentraler Bedeutung sind die Kosten. Häufig fallen bei Partizipationspapieren Verwaltungsgebühren an. Ihre Höhe hängt davon ab, mit wie viel Aufwand die Abbildung eines Basiswertes verbunden ist. Hinzu kommt die Konkurrenzsituation.

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Diesbezüglich sorgte die UBS schon vor einiger Zeit für Aufsehen. Unter dem Label «Exchange Traded Tracker», kurz ETT, lancierte sie Produkte, die ohne Gebühr auskommen. Mittlerweile umfasst die Palette nahezu 60 Zertifikate. Sie beziehen sich auf namhafte internationale Länder- und Sektorenindizes. Einmal jährlich, Mitte Dezember, hat die UBS das Recht, eine Managementgebühr von maximal 0,25 Prozent p.a. einzuführen. Diese wird nach einer Übergangsphase von 13 Monaten wirksam.

Passive Indexfonds mit besonderem Schutz

Bis dato hat die Grossbank einzig beim Produkt auf den SMI einen Obolus verlangt. Neben den Gebühren stellt die Geld-/Briefspanne eine wichtige Kostenkomponente dar. Dabei gilt: Je geringer der Spread ausfällt, desto attraktiver ist das Zertifikat.

Das Beispiel UBS zeigt, dass der Struki-Markt in puncto Auswahl und Kosten den Vergleich mit dem ETF-Segment nicht scheuen muss. Ein Unterscheidungsmerkmal bleibt das Emittentenrisiko. Rechtlich gesehen sind strukturierte Produkte Inhaberschuldverschreibungen. Das heisst, ihre Tilgung ist – unabhängig vom Auszahlungsprofil – an die Bonität des Anbieters gekoppelt. Hingegen unterliegen passive Indexfonds dem Kollektivanlagengesetz (KAG). Sie geniessen dadurch im Insolvenzfall einen besonderen Schutz.

COSI – die Antwort auf das Emittentenrisiko

Den Makel versucht die Struki-Branche mit «COSI» zu beseitigen. Einen solchen Zusatz erhalten an der Schweizer Börse kotierte Zertifikate mit Pfandbesicherung. Falls ein Emittent in Schieflage geraten sollte, könnte die Schweizer Börse SIX die hinterlegten Sicherheiten zu Gunsten der Anleger verwerten. Mit einem Anteil von rund drei Viertel der kotierten Produkte dominiert Leonteq das Segment.

Beachten sollten Anleger bei COSI-Zertifikaten die begrenzte Laufzeit, auf Open-End-Strukturen ist das Besicherungsmodell nicht umsetzbar. Allerdings bringen solche Derivate in der Regel einen relativ langen Investmenthorizont mit. Gerade bei Partizipationsprodukten kann es auf eine ausreichende Laufzeit entscheidend ankommen. Daher sollten Anleger vorsichtig sein, wenn die Emittenten Tracker-Zertifikaten auf Trends wie erneuerbare Energie nur sehr wenig Zeit geben, um das zugrunde liegende Kalkül zu realisieren.

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Produkte auf Index und Baskets

Klassisch: Das bereits 2001 von der ZKB lancierte Open-End-Produkt bildet den heimischen Leitindex gebührenfrei ab. Auch der durchschnittliche Spread von 0,36 Prozent kann sich sehen lassen.

Günstig: Da die ETTs der UBS auf der Total-Return-Variante des US-Leitindex basieren, kommen Anleger hier auch in den Genuss der Dividenden. Für das in Dollar denominierte Produkt fallen keine Gebühren an.

Sicherheitsbewusst: Dieses Papier zählt zur umfangreichen Leonteq-Palette mit COSI-Produkten. Im Basiswert sind Schweizer Aktien zu finden, für die mindestens während der vergangenen zehn Jahre stabile oder steigende Dividenden gezahlt worden sind. Managementgebühr: 0,50 Prozent p.a.

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Themenbezogen: Bei diesem frisch emittierten Produkt packt die Bank Vontobel zwölf führende IT-Konzerne zusammen. Die Liste reicht vom US-Branchenriesen Apple bis zum deutschen Softwareanbieter SAP. Die Laufzeit beträgt drei Jahre.