«Es gibt nur eines, was auf Dauer teurer ist als Bildung: Keine Bildung», so lautet eines der am meisten verbreiteten Zitate von US-Präsident John F. Kennedy. Diese Aussage hat heute ebenso Gültigkeit wie vor 50 Jahren. Immer mehr Menschen streben nach Bildung, ganz besonders in den Schwellenländern. Sie haben längst erkannt, welches wirtschaftliche Potenzial eine gute oder akademische Ausbildung nach sich zieht. So belaufen sich beispielsweise die durchschnittlichen Ausgaben eines Haushalts in China für Bildung auf 13,1 Prozent vom Einkommen. Zum Vergleich: In den USA sind es nur 2,1 Prozent.

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Vor hundert Jahren standen noch Kultur und Kunst, was oft als schöngeistig bezeichnet wurde, im Zentrum der Bildung. Heute wird Bildung in einer Welt des rasanten Wandels mehr und mehr zur Überlebensfrage. Dies gilt nicht nur für den einzelnen Menschen, sondern für ganze Volkswirtschaften. Die Bildung ist quasi der «Rohstoff» der Wissensgesellschaft. So hängt die Innovationsfähigkeit und damit die Basis für nachhaltiges Wachstum eines Landes stark vom Humankapital, also von den «personengebundenen Wissensbestandteilen in den Köpfen der Mitarbeiter», ab.

Bildung – enorme Wachstumsraten

Weltweit wird daher eifrig gelernt, das wiederum macht den Wissenssektor zu einem riesigen Wachstumsmarkt. Nach Angaben des Beratungsunternehmens GSV war der Bildungsbereich 2013 weltweit 4,5 Billionen Dollar schwer und damit der zweitgrösste Markt nach dem Gesundheitswesen. Dabei sind es vor allem Emerging Markets, welche der Branche gute Geschäfte bescheren. In aufstrebenden Nationen wie Indien, Indonesien und Brasilien fliesst ebenso wie eingangs erwähnt im Reich der Mitte jeweils rund ein Zehntel des Verdiensts in Wissen. Experten gehen davon aus, dass weltweit die Ausgaben bis 2017 pro Jahr um weitere 7 Prozent zunehmen werden.

Einen immer grösseren Beitrag leistet das Internet, das als Bildungsmedium enorm an Bedeutung gewinnt. Auch hier sind es vor allem die Schwellenländer, die mächtig Gas geben. So steigt in China die Zahl der E-Learning-User exponentiell an. Aber auch global zeigt die Wachstumskurve steil nach oben. Waren es 2008 erst knapp 40 Millionen Menschen, die sich online weiterbildeten, so sind es jetzt schon nahezu doppelt so viel. Dieser Trend dürfte sich weiter fortsetzen. Bis 2017 rechnen Experten mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 16 Prozent p.a. Die ansteigende Anzahl an Internet-Anmeldungen ist ein wichtiger Zukunftstrend in der Hochschulbildung. Die Universitäten versuchen auch, die Studienkosten zu senken, um so die Nachfrage weiter zu erhöhen. Da die Welt zudem immer weiter zusammenwächst, wird auch das Erlernen einer Fremdsprache immer beliebter und wichtiger. GSV prognostiziert, dass sich der Markt für «Global Language Learning» zwischen 2013 und 2017 in etwa verdoppeln wird.

Education Basket – intelligent investieren

Emittenten machen diesen Wachstumsmarkt jetzt auch investierbar. So hat Julius Bär Ende des vergangenen Jahres ein Tracker-Zertifikat auf den Global Education Basket (ISIN CH0242021480) lanciert. In diesem Aktienkorb befinden sich zwölf internationale Unternehmen, die allesamt im Bildungsbereich eine wichtige Rolle spielen. Die Auswahl fällt relativ breit aus: Neben Bildungsanbietern wie den beiden chinesischen Gesellschaften TAL Education und New Oriental Education ist im Basket auch Nord Anglia Education vertreten.

Dabei handelt es sich um den Marktführer in der Bereitstellung hochwertiger und innovativer Aus- und Weiterbildungsinhalte. Das Unternehmen setzt dabei auf Technik. Schüler sollen also mit Laptops, Tablets oder Smartphones die Online-Angebote nutzen können. Dies könnte zu einer höheren Nachfrage nach Hardware führen, was wiederum Tech-Konzerne wie Apple oder Google ins Spiel bringt. Auch diese beiden sind deshalb in diesem Basket zu finden.

2U und Pearson – vielversprechende Bildungs-Titel

Wer ein Direktinvestment nicht scheut, kann einen Blick auf den «Börsenüberflieger» 2U (ISIN US90214J1016) werfen. Die Firma stattet die Universitäten mit der nötigen Technik aus, damit diese ihren Unterricht an die Studenten übermitteln können. Ein Wachstumsmarkt, wie ein Blick auf die Erlösentwicklung zeigt. Um satte 33 Prozent erhöhte das erst 2008 gegründete Unternehmen seinen Umsatz im 2014. Auch im laufenden Jahr soll die Steigerungsrate hoch bleiben. Das gefällt Börsianern: Seit dem Börsengang vor rund einem Jahr hat sich der Kurs fast verdoppelt. Doch Vorsicht, eine Investition in 2U ist nicht ohne Risiko. Gewinne sind bei der noch jungen Firma nämlich weiterhin nicht in Sicht, wegen der hohen Investitionen wird auch 2015 ein Verlust erwartet.

Bereits hohe Gewinne und einen langfristigen Track Record weist das weltweit führende Bildungsunternehmen Pearson (ISIN GB0006776081) auf. Nach Angaben der Briten lernen weltweit mehr als 100 Millionen Menschen mit ihren Produkten. Dabei können sich Kunden des traditionsreichen Konzerns ihr Wissen mit dem klassischen Buch wie auch mit neuester multimedialer Technik aneignen. Börsianer münzen den Erfolg von Pearson in Kursgewinne um. Die Aktie zeigt einen langfristigen Aufwärtstrend, der längst nicht zu Ende sein muss. Neben hohen erwarteten Gewinnsteigerungen in den kommenden Jahren überzeugt die Aktie auch mit einer attraktiven Dividendenrendite von 3,6 Prozent.