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Bitcoin und Ethereum – warum die Kurse steigen

Bitcoin & Co – warum die Kurse steigen
Laden mit Bitcoin-Schild in Hong Kong: Die Währung wird immer populärer. Keystone

Digitales Geld ist im Aufwind: Die Internetwährungen haben sich enorm verteuert und werden zunehmend als Zahlungsmittel akzeptiert. Auch normale Anleger können vom Boom von Bitcoin & Co. profitieren.

Von Georg Pröbstl
2017-06-09

Für die meisten ein Buch mit sieben Siegeln, für manche ein Ding mit hohen Risiken, andere sehen eine Blase und immer mehr enorme Chancen: Bitcoins ziehen ihre Kreise und der Kurs steigt und steigt. In 2017 hat sich der Preis bereits von rund 1000 Dollar zum Jahresstart auf 2700 Dollar fast verdreifacht und auf Sicht von zwölf Monaten gibt es einen Kursanstieg auf das Sechsfache. 2010 kostete eine Einheit nur 0,30 Dollar.

Nicht wenige prophezeien schon bald Kurse von 3000 Dollar voraus, und wie es mit dem Preis der Bitcoins weiter gehen wird, kann niemand sagen. Das hängt wie bei Aktien oder vielen anderen Investments auch von Angebot und Nachfrage ab. Wegen der rasant wachsenden Fangemeinde könnte es noch weitere und enorme Steigerungen geben.

Start im Jahr 2009

Bitcoins sind eine digitale Währung. Erfunden wurde diese unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto und der Start war im Jahr 2009 mit 50 Bitcoins. Inzwischen sind bereits rund 16,4 Millionen dieser Geldeinheiten weltweit mit einem aktuellen Wert von 44,9 Milliarden Dollar im Umlauf.  Bitcoins sind in kleinere Einheiten bis zu einem hundert-Millionstel teilbar und Teile heissen Satoshi.

Während die einen das digitale Geld zum Bezahlen nutzen – etwa wegen hoher Transparenz der Zahlungen und das ohne staatliche Überwachung, geringer Transaktionsgebühren und enormer Transaktionsgeschwindigkeit von wenigen Minuten weltweit – setzen andere nur auf Spekulationsgewinne.

Der Lohn halbiert sich

So oder so: Dieses Geldsystem ist unabhängig von Staaten und Banken. Es wird nicht von Notenbanken gesteuert wie bei Franken, Dollar oder Euro, sondern durch aufwendige Rechenprozesse an Computern, die Bitcoin-Transaktionen im sogenannten Mining verarbeiten, generiert. Die Miner erhalten für neue Datenblöcke derzeit 12,5 Bitcoins.

Allerdings halbiert sich dieser Mining-Lohn mit weltweit insgesamt jeweils 210'000 neu generierten Datenblöcken. Schon für 2020 erwarten Experten die nächste Halbierung auf 6,5 Bitcoins je Block. Durch die Reduzierung des Mining-Lohns und die zeitaufwändigen Rechenleistungen soll eine zu starke Inflation, also die Ausweitung der Bitcoin-Menge, verhindert werden.

Zunehmende Schwierigkeiten

So erhöhen sich auch die Schwierigkeiten nach Vorgaben des Bitcoinprotokolls mit zunehmender Zahl an Minern und nehmen die Kosten – insbesondere für den Strom für die Computer – dann zu stark zu, lohnt sich Mining wieder weniger. Entsprechend sinkt dann die Geschwindigkeit, mit der neue Bitcoins in Umlauf gebracht werden. Die maximale Bitcoin-Geldmenge ist ohnehin durch ein Netzwerkprotokoll auf 21 Millionen Stück begrenzt und dürfte Schätzungen zufolge etwa im Jahr 2100 erreicht sein.

Da besteht enorme Phantasie. Denn einerseits gibt es die Begrenzung der Bitocoin-Geldmenge, andererseits eine steigende Nachfrage. Nicht nur von Spekulanten. Denn Bitcoins werden als Zahlungsmittel immer öfter akzeptiert. So hat die japanische Regierung per Anfang April die Währung als legales Zahlungsmittel eingestuft und dieses wird von immer mehr Firmen in Asien entgegengenommen.

US-Börsenaufsicht macht mit

Auch seitens USA könnte zusätzliche Bewegung in die Bitcoin-Nachfrage kommen. So berät die US-Börsenaufsicht SEC jetzt erneut über die Zulassung eines ersten Bitcoin-Indexfonds der Internetunternehmer Cameron und Tyler Winklevoss. So ein ETF würde Bitcoins als Investment natürlich noch attraktiver machen.

Aber auch Russlands Präsident Wladimir Putin ist interessiert an digitalen Währungen und sieht da wirtschaftliche Möglichkeiten für sein Land. Konkret geht die virtuelle Währung Ethereum auf den russischen Programmierer Vitalik Buterin zurück. Ethereum funktioniert ähnlich wie Bitcoin und erfreut sich ebenfalls rasend schnell wachsender Beliebtheit.

Ethereum-Kurs im Aufwind

Zwar ging dieses digitale Geld erst vor zwei Jahren an den Start, doch inzwischen sind bereits 92,3 Millionen Einheiten mit einem Gesamtwert von 23,9 Milliarden Dollar im Umlauf. Seither ist der Kurs auf das rund 350fache gestiegen und alleine seit Jahresanfang gibt es ein Plus von 3000 Prozent – also ein Anstieg auf das 30fache! Neben den beiden Marktführern gibt es übrigens noch eine ganze Reihe von weiteren Digitalwährungen.

Da das Mining eher etwas für IT-Spezialisten ist, kommen normale Anleger an Bitcoins oder Ethereum durch Kauf auf einer Handelsplattform im Internet. Einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten gibt es zum Beispiel auf der Seite von Buy Bitcoin Worldwide. Der grösste Broker für Bitcoins weltweit ist Coinbase.

Bei Trusts geht die Post ab

Wer ein Investmentvehikel sucht und damit auf weitere Kursgewinne setzen will, nimmt den Bitcoin Investment Trust (ISIN: US09173T1088, jährliche Verwaltungsgebühr zwei Prozent) oder den Ethereum Classic Investment Trust (ISIN: US2976441061, jährliche Verwaltungsgebühr drei Prozent) beide von Grayscale unter die Lupe. Wie die digitalen Währungen geht auch bei den Trusts die Post ab. Das Vehikel auf Bitcoins hat sich in diesem Jahr bereits verfünffacht.

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