Eine sichere Sache! Crashzeiten und Krieg, Rezession und Deflation, Hunger und Terror – trotz zahlloser Katastrophen und Krisen in den letzten 100 Jahren bekamen die Aktionäre von Exxon Mobil immer ihre Dividende. Es gab keinen einzigen Dividendenausfall und meist steigende Zahlungen. Jahr für Jahr! Die auf der Homepage des Ölgiganten verfügbaren Dividendendaten zurück bis 1911 zeigen nachhaltige Zahlungen ohne die geringste Unterbrechung. Möglicherweise reicht diese zuverlässige Dividendenhistorie sogar noch weiter zurück.

Auch die Bilanz der letzten Jahrzehnte ist eindrucksvoll: In den letzten 32 Jahren stieg die jährliche Dividende des Dow-Jones-Mitglieds im Durchschnitt um 6,4 Prozent pro Jahr. Lag die Ausschüttung 1982 noch bei 3,0 Dollar je Aktie, so gab es im vergangenen Jahr splittbereinigt mit 21,60 Dollar bereits siebenmal so viel Geld. Die Rendite lag damit meist im Bereich von 5 Prozent im Jahr. Und es gab «satte» Kursgewinne. Vom splittbereinigten Startkurs Ende 1982 von rund 60 Dollar wären inzwischen 700 Dollar erreicht. Wegen des mehrfachen Aktiensplitts mit einem Verhältnis insgesamt von 1:8 notiert die Aktie derzeit aber optisch wesentlich tiefer bei 88 Dollar. So oder so: Über den genannten Zeitraum von 33 Jahren ergibt sich daraus ein jährliches Kursplus von 7,7 Prozent – die Dividende, meist im Bereich von 4 bis 5 Prozent im Jahr, kommt noch oben drauf.

Bank of Novia Scotia – zuverlässige Dividenden seit 1832

Eine noch bessere Dividendenhistorie als Exxon Mobil weist allerdings Bank of Novia Scotia aus. Das Finanzinstitut aus Toronto dürfte wohl der weltbeste Dividendendauerbrenner überhaupt sein. Seit Gründung im Jahr 1832 – also vor 182 Jahren – bekamen die Aktionäre der Bank Jahr für Jahr Dividenden ausgezahlt. Kein Ausfall, keine Nullnummer! Und die Zahlungen stiegen und stiegen. In 43 der letzten 45 Jahre wurde es mehr. Seit 1892 legte die Dividende im Durchschnitt um 3,8 Prozent pro Jahr zu. Aus 8 Dollar wurden so splittbereinigt in 123 Jahren rund 85 Dollar pro Aktie im 2014. Bei Scotiabank ergibt sich daraus eine jährliche Dividende im Bereich von etwa 4 Prozent. Und auch beim Geldhaus aus Kanada gibt es schöne Kursgewinne. In den letzten 30 Jahren kletterte die Aktie auf das Zehnfache.

Ähnlich enorm sieht die Dividendenhistorie von drei anderen US-Firmen aus: Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble steigerte die Zahlung seit 58 Jahren jedes Jahr. Berechnet man den Total Return, also die Gesamtrendite des Dow-Jones-Mitglieds, mit Hilfe des auf der Homepage gebotenen Rechners, ergibt sich folgender Wert: Seit 1968 kletterte der Kurs der Aktie um das 16,5-Fache. Inklusive Dividenden ergibt sich ein Kursanstieg auf das 30-Fache.

Zuverlässiges Einkommen, niedriges Risiko

Bei den drei Titeln fällt sofort eine Gemeinsamkeit auf: Alle drei verfügen über ein stabiles und bewährtes Geschäftsmodell, denn nur Firmen, die nicht fortwährend den gesamten Gewinn in Wachstum investieren müssen, können hohe Dividenden zahlen. Und nur Unternehmen mit guter Marktstellung überleben auch schwere Konjunktur- und Weltkrisenzeiten. Anleger, die in solche Titel investieren, profitieren nicht nur von einer hohen Dividende mit 3 oder 4 Prozent und mehr im Jahr als fixem, gut planbaren Einkommen, sondern freuen sich auch über die hohen Kursgewinne und zudem über einen vergleichsweise stabilen und damit risikoärmeren Kursverlauf.

Das zeigt die tiefe Volatilität. So bringt es Exxon auf eine Fünfjahres-Volatilität von rund 18 Prozent, Scotiabank weist eine Kursschwankungsbreite von 15 Prozent aus, bei Procter & Gamble sind es sogar nur 14 Prozent. Für Einzelwerte deutet das auf einen ungewöhnlich stabilen Kursverlauf. Credit Suisse beispielsweise bringt es auf eine Fünfjahresvolatilität von 32 Prozent, bei Zurich Insurance sind es 22 Prozent und bei Swatch 28 Prozent.

Colgate Palmolive – 75-facher Gewinn in 40 Jahren

Eine tiefe Volatilität von nur 17 Prozent im Fünfjahreszeitraum hat mit Colgate Palmolive ein weiterer zuverlässiger Dividendenrenner. Der Zahnpasta-Konzern aus New York zahlt seit 1895 Dividende ohne Unterbrechung und steigerte die Zahlung Jahr für Jahr, seit 52 Jahren. Zwar sind bei Colgate im Vergleich zu den drei anderen genannten Firmen nur etwa 2 bis 3 Prozent Dividende im Jahr drin, doch die Gesamtperformance überzeugt auch hier. Aus einem Startbetrag von 950 Dollar im März 1972 wurden seither 72'000 Dollar – das 75-Fache oder ein jährliches Plus von 10,6 Prozent.

Mit einer Volatilität von 22 Prozent etwas schwankungsfreudiger ist General Electric. Der Mischkonzern zählt aber ebenfalls seit mehr als 100 Jahren zu den Top-Dividendentiteln. Seither gab es nämlich bei diesem Dow-Jones-Mitglied kein einziges Mal einen Ausfall, nicht einmal einer Quartalsdividende. Eine schöne Performance – und auch die Kursgewinne können sich über einen längeren Zeitraum sehen lassen. In den letzten 25 Jahren hat sich der Kurs verfünffacht. Inklusive der jährlichen Dividende von rund 3 bis 4 Prozent waren da mehr als 10 Prozent Gewinn im Jahr drin. 

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