Laufend werden an der Schweizer Börse neue Exchange Traded Funds (ETFs) gelistet. Die Auswahl an Indizes, die über ETFs investierbar sind, wird immer grösser. Vor allem im Bereich von Obligationen ist das Angebot deutlich gewachsen. Sehr viele Ziele können mittlerweile über kostengünstige Indexprodukte abgebildet werden. Doch sehen Anleger, dass das eigenständige Kombinieren einzelner Bausteine sehr kompliziert und aufwändig ist. So steigt die Nachfrage nach Komplettlösungen auf der Basis von ETFs.

Aktiv gemanagte Fonds auf der Basis passiver Indexprodukte tragen dieser Nachfrage Rechnung und können diese Aufgabe abnehmen und eine bestmögliche Kombination der einzelnen Komponenten in nur einem Fonds gewährleisten. Das aktive Portfoliomanagement mit passiven Instrumenten über Dachfonds auf ETF-Basis verfolgt einen Multi-Asset-Ansatz, bei dem die richtigen Zielfonds möglichst effizient kombiniert und der Mix an die Marktgegebenheiten angepasst wird – ohne jedoch das Risiko ausser Acht zu lassen.

ETF-Dachfonds als Gesamtlösung für die Geldanlage

Solche Mischfonds bieten dem Anleger eine sehr effiziente und einfache Gesamtlösung für seine Geldanlage: Eine klassische Asset-Allokation mit unterschiedlichen Risikostufen zwischen Aktien, Obligationen, Bargeld und weiteren Anlagen (beispielsweise Rohwaren). Mischfonds zogen per Ende Mai das drittmeiste Kapital hinter den Obligationen- und Aktienfonds an. Der Investmentprozess aktiv gemanagter Fonds auf ETF-Basis basiert auf drei Komponenten: Aktive Asset-Allokation, taktische Einschätzungen und strategische Themen.

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Am Anfang des Investmentprozesses steht die strategische Vermögensallokation. Hier werden nicht die üblichen historischen Durchschnittsrenditen von Anlageklassen als Massstab genommen, sondern es wird vielmehr versucht, bei der Portfolioaufteilung auf Aktien, Anleihen und nichttraditionelle Anlagen den Marktgegebenheiten Rechnung zu tragen und zukunftsgerichtete Bewertungen zu berücksichtigen.

Mit einem Investment auf verschiedene Asset-Klassen setzen

Mit der taktischen Positionierung wird auf Marktveränderungen reagiert. Mindestens einmal im Quartal wird die Vermögensallokation überprüft und gegebenenfalls kurzfristig angepasst, und auch quantitative Signale können miteinbezogen werden. Strategische Themen dienen schliesslich der Diversifizierung der Portfolios, indem Erkenntnisse und Ergebnisse der laufenden Analysen taktisch umgesetzt werden. Hierzu kann auch das Anlegen in nichttraditionelle Investments wie etwa Rohstoffe gehören.

Die Aktiv-passiv-Kombinationen sind besonders interessant für Anleger, die ihr Engagement mit nur einem Fonds über mehrere Anlageklassen streuen wollen. Denn sie bieten kostengünstige und diversifizierte Investmentlösungen sowie weltweit einen transparenten Zugang zu den Aktien- und Anleihenmärkten, aber auch die Möglichkeit granularer Engagements in alternative Anlageklassen wie Rohstoffe und Immobilien.

Sven Württemberger, Head iShares deutschsprachige Schweiz