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Rohöl
Ölmultis sind gut gerüstet für die Zukunft

Förderplattform vom norwegischen Ölkonzern Statoil: Die Ölmultis sind gut aufgestellt. keystone

Anfang März ist der Ölpreis zum ersten Mal wieder gesunken. Investoren reagierten schockiert. Ob nun eine Trendwende kommt und was der Energiebranche bevorsteht, erklären Experten.

Von Annika Janssen
am 24.03.2017

Die Entwicklung des Ölpreises lässt wahrlich keine Langeweile aufkommen. Sie gleicht einer Berg- und Talfahrt. Im Jahr 2014 kostete ein Fass Rohöl der Sorte Brent mehr als 100 US-Dollar, im Jahr 2015 sank der Preis dann zeitweise auf unter 30 US-Dollar pro Fass.

Anfang vergangenen Jahres ging es allmählich wieder bergauf, der Preis pendelte sich schliesslich zwischen 55 und 57 US-Dollar pro Fass ein. In den vergangenen vier Wochen ist der Preis nun wieder um 10 Prozent gesunken. Noch mehr ging es bei der Sorte WTI abwärts.

Konsumenten freuen sich

Während Konsumenten an der Zapfsäule sich in den vergangenen Jahren über niedrige Benzinpreise freuen konnten, hatten Energie- und Rohstoffunternehmen unter dem Preisverfall des «schwarzen Goldes» zu leiden.

Kein Wunder, dass der plötzliche Absturz für ein «Schockerlebnis» bei Ölaktionären sorgte, wie es das Analysehaus Sentix formuliert.  Investoren sollten sich jedoch nicht entmutigen lassen.

Trendwende erkennbar

Marktbeobachter erkennen trotz der jüngsten Entwicklungen Anzeichen für eine Trendwende im Energiesektor, die auch die Aktienkurse einiger Unternehmen wieder nach oben treiben dürfte. Anleger könnten den Kursrutsch bei wichtigen Ölkonzernen deshalb zum Einstieg nutzen, empfehlen Analysten. 

Grund für den Preisverfall der vergangenen Jahre war vor allem ein Überangebot an Öl, verursacht durch neue Fördermethoden und immer neue Akteure am Markt. Auch der neueste Preisverfall wurde von neuen Daten über hohe Lagerbestände in Amerika und hohe Fördermengen in Saudi-Arabien ausgelöst.

Opec-Länder drosseln Produktion

Andererseits versucht die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) seit geraumer Zeit, die Ölforderung weltweit zu drosseln. Angebot und Nachfrage sollten sich also allmählich wieder einpendeln. In den Führungsetagen grosser Ölkonzerne herrscht Optimismus – auch deshalb gehen Analysten von einer langfristigen Erholung der Branche aus. 

Noch sind nicht alle Unternehmen über den Berg. Einige werden in den kommenden Jahren kämpfen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer in Ölaktien investieren will, sollte deshalb vor dem Kauf genau hinschauen.

Hohe Dividendenrendite bei Shell

Analysten finden derzeit vor allem die Aktie von Royal Dutch Shell attraktiv: Der niederländisch-britische Konzern gehört zu den grössten Mineralöl- und Erdgasunternehmen der Welt. Martijn Rats, Analyst der US-Investmentbank Morgan Stanley, rät zum Kauf der Aktie.

Er rechnet damit, dass die wichtigsten europäischen Ölkonzerne ihre Zuflüsse von Zahlungsmitteln mittelfristig stärker anheben dürften als erwartet – so auch Shell. «Damit dürften sämtliche Dividendenzahlungen bis in die Jahre 2018/2019 abgesichert sein», sagt Rats. Der Konzern lockt Aktionäre mit einer Dividendenrendite von fast sieben Prozent.

Die Aktie von BP ist attraktiv

Der Valor des britischen Ölkonzerns BP ist aus Sicht von Morgan Stanley ebenfalls attraktiv. Die Investmentbank Goldman Sachs rät zum Kauf der Total-Aktie. Auch diese Titel haben in den vergangenen Tagen Kursverluste hinnehmen müssen, sind aber grundsätzlich gut aufgestellt und haben aus der Krise gefunden, heisst es von den Banken.

Gleiches gilt für den norwegischen Ölkonzern Statoil, das US-Ölunternehmen Chevron sowie für den US-Mineralölkonzern ExxonMobil. Selbst wenn der Ölpreis langfristig nicht wieder alte Höhen erreicht, gelten diese Ölmultis als gut gerüstet für die Zukunft.

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